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Als Erwachsene lernen, wieder Kind zu sein | FeG Freiwilligendienste

Als Erwachsene lernen, wieder Kind zu sein

Den Führerschein in der Tasche. Viele Visionen und Tatendrang im Gepäck. Auf dem Weg zu etwas Neuem. Die Rücklichter werden dunkel. Meine Sachen jetzt hier, das Auto weg. Ich bleibe. Ein komisches Gefühl der Ungewissheit und Freiheit zugleich.

Der Bundesfreiwilligendienst in der FeG Mechernich ist eine sehr prägende Zeit für mich. Abitur und eine abgeschlossene Ausbildung sind abgehakt. Nun der Auszug von Zuhause. Mein kleines Ich würde mich jetzt für sehr „groß“ halten. Allerdings lässt mich der Vers nicht los: „Seid wie die Kinder.“ (Vgl. Matthäus 18,3) Wie passt das zusammen? Ich nehme euch gerne mit auf meine Reise in Alltagssituationen aus meinem Leben.

In unserer Veranlagung

Unter mir wohnt eine junge Familie mit zwei kleinen Mädchen. Mit ihnen verbringe ich viel Zeit. Und wie es mit Kindern eben so ist: Kaum schaut man weg, passiert etwas. Die Dreijährige hat sich wehgetan. Sie weint und ruft nach Papa. Er ist sofort da.

Ich sitze da und werde nachdenklich. „Seid wie die Kinder.“ Es liegt offensichtlich in uns drin. Die Veranlagung, sich jemandem anzuvertrauen. Nach Hilfe zu fragen. Kann das so leicht sein? Wo man doch als Erwachsene immer einen Plan haben und stark sein muss? Aber anders funktioniert es nicht – das merke ich auch im Freiwilligendienst, wo alles neu ist und ich Hilfe brauche. Gleichzeitig merke ich auch: Manches geht immer besser von der Hand. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich jemals allein Kindergottesdienst mache oder alleine in eine Großstadt fahre.

Eine andere Situation, sonntagmorgens. Ich fahre mit der jungen Familie zur Gemeinde. Auf dem Weg hinein nimmt die Dreijährige meine Hand. Ganz unerwartet. Mich durchflutet tiefe Freude und ich merke, wie Gott mein Herz berührt. Wann machen das Kinder? Wenn sie dir vertrauen. Mir hat diese kleine, vermeintlich unscheinbare Geste so viel bedeutet. Wie viel mehr freut sich Gott, wenn wir als seine Kinder zu ihm kommen und sagen „Papa, nimm mich bei der Hand. Ich kann das nicht alleine“?

Jesus an die Hand nehmen

Wenn ich das auf mich übertrage, sieht das so aus: Mitten in all der Fremde ist das Vertraute – Jesus, der mir seine Hand hinstreckt. Die Sicherheit gibt mir Kraft, um offen zu sein für Neues. Hier in der Gemeinde wird mir das neu wichtig: Ich darf im Glauben wachsen, Vertrauensschritte machen, an der Hand von Jesus laufen lernen.

Eine dritte Situation. Wieder ein Sonntagmorgen. Wir – ein paar Mitglieder und ich – stehen redend im Eingang der Gemeinde. Ein kleiner Junge kommt angewackelt und sieht zur Tür. Was genau ihn verunsichert, ist nicht klar. Er wird quengelig und panisch. Dann ruft ihn seine Mutter beim Namen. Er kennt ihre Stimme, schaut zu ihr und wird direkt ruhig. Da war es, genau vor mir. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“ (Jesaja 43,11) und „Meine Schafe kennen meine Stimme“ (Johannes 10,27). Ich darf die Situation auf mich übertragen: Ich bin aufgebrochen ins Unbekannte, bin Gottes Stimme gefolgt – in einen neuen Lebensabschnitt, in ein Jahr Freiwilligendienst, in eine Gemeinde. Das ist auch herausfordernd. Doch mitten in dem Unbekannten darf ich gekannt zu sein.

„Seid wie die Kinder.“ Vielleicht heißt das, trotz vernünftiger Verantwortung, kindliches Vertrauen und Leichtfüßigkeit zu haben. Vielleicht ist das die Kunst des Glaubens. Bestimmt ist das ein langer Weg. Ich merke auch, dass er sich für mich jetzt schon lohnt. Danke, dass ihr euch auf meine Reise eingelassen habt.

HANNA ESTELLE WAGNER (20) macht einen Bundesfreiwilligendienst in der FeG Mechernich | freiwilligendienste.feg.de

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