VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt
Betroffenen und ihren Belangen Gehör verschaffen und Raum geben
Mit dem Ziel, sexualisierte Gewalt zu begegnen, wurde innerhalb der VEF eine Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt eingerichtet. Bei der VEF-Mitgliederversammlung am 25. und 26. November in Burbach unterzeichneten neun Gemeindebünde die Kooperationsvereinbarung mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Unterschrieben haben die Mitgliedskirchen, die noch keine eigene Möglichkeit der Intervention bei sexualisierter Gewalt haben: Anskar-Kirche Deutschland e. V., Apostolische Gemeinschaft e. V., Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R., Foursquare Deutschland e.V. (fegw), Freikirchlicher Bund der Gemeinde Gottes e. V., Die Heilsarmee in Deutschland K.d.ö.R., Kirche des Nazareners Deutscher Bezirk e.V., Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden e.V., Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. (AMG). Diese Mitgliedskirchen kooperieren ab dem 1. Januar 2026 mit der seit 2017 bestehenden Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im BEFG.
Ziel der Anlaufstelle ist es, dass Betroffene und ihre Belange Gehör und Hilfe finden. Die neue Anlaufstelle soll dazu beitragen, dass Fälle von sexualisierter Gewalt im Kontext der Kirchen und Werke durch Betroffene oder Menschen, die davon wissen, möglichst niedrigschwellig gemeldet werden können. Zentraler Weg der Kontaktaufnahme für Betroffene ist die E-Mailadresse anlaufstelle@vef.de. Die Nachrichten empfangen Personen, die die Verfahren begleiten und nicht aus dem Kontext der betreffenden Kirche stammen. Diese sogenannten Verfahrensbegleiterinnen und -begleiter werden dann aktiv und leiten ein Verfahren zur Bearbeitung ein.
Dieses Verfahren findet anonym in enger Zusammenarbeit mit den Leitungen der betroffenen Gemeinden oder Werke statt und erfordert deren Mitarbeit. Die Verfahren werden eigenständig unabhängig von den Kirchenleitungen wahrgenommen und begleitet. „Mit der VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt haben wir jetzt eine Adresse auch für die kleineren Gemeindebünde, um Betroffene zu hören und ihnen angemessenen Raum zu geben. Und Aufarbeitungskommissionen beginnen immerhin bei einzelnen unserer Mitgliedsbünde. Wir bleiben an dem Thema dran“, versicherte VEF-Präsident Marc Brenner.
Ein Bericht von: Jasmin Jäger
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Fakten zur VEF
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet und ist einer der ältesten ökumenischen Zusammenschlüsse in Deutschland. Ihr gehören dreizehn Mitglieds- und zwei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelium und gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: vef.de.
Richtungsweisende Entscheidungen
2026 feiert die VEF ihr 100-jähriges Jubiläum. Bei ihrer Mitgliederversammlung haben die Delegierten der VEF mit einer neu gegründeten Anlaufstelle für Betroffenen sexualisierter Gewalt, einer Geschäftsstellenleiterin und den Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier richtungsweisende Entscheidungen getroffen.
Im winterlichen Siegerland trafen sich die Delegierten der Mitgliedskirchen der VEF, um über aktuelle Themen zu sprechen und Weichenstellungen für die Zukunft zu entscheiden. So fand Präsident Marc Brenner dankende Worte für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der maßgeblich die neu gegründete VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt trägt. Neun Gemeindebünde unterschrieben die Vereinbarung, die die Zusammenarbeit mit den Personen zur Verfahrensbegleitung regelt. „Mit der VEF-Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt haben wir jetzt eine Adresse auch für die kleineren Gemeindebünde, um Betroffene zu hören und ihnen angemessenen Raum zu geben. Und Aufarbeitungskommissionen beginnen immerhin bei einzelnen unserer Mitgliedsbünde. Wir bleiben an dem Thema dran“, versicherte Brenner. Die Informationen über Erreichbarkeit und Vorgehensweisen werden ab Januar auf vef.de und den Webseiten der beteiligten Gemeindebünde zu finden sein.
Jasmin Jäger leitet VEF-Geschäftsstelle
Ebenfalls ab Januar 2026 wird Pastorin Jasmin Jäger die neu geschaffene Position der Geschäftsstellenleitung einnehmen. Seit vielen Jahren kennt Jasmin Jäger die VEF. Sie wird auch weiterhin die Rundfunkbeauftragung ausfüllen. Nun wird sie zusätzlich die Öffentlichkeitskommunikation verantworten, sowie Prozesse anstoßen und Präsident und Vorstand entlasten. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Jasmin Jäger eine Person gefunden haben, die nicht nur die VEF bereits gut kennt, sondern diese Stelle mit Ausstrahlung und Kompetenz ausfüllt“, so VEF-Präsident Marc Brenner. Jasmin Jäger arbeitet zukünftig 50 Prozent für die VEF. Mit der anderen Hälfte ihrer Arbeitszeit wird sie weiterhin als Referentin im Generalsekretariat des BEFG in Elstal tätig sein.
100 Jahre VEF: Vorschau auf Feier
Ein Hauch von Feierlichkeit entstand bereits als von den Planungen für das 100-jährige Jubiläum der VEF berichtet wurde. Ein Magazin ist in Planung, das im SCM Bundes-Verlag erscheinen wird und die bunte Vielfalt aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der VEF sowohl auf Papier als auch digital darstellen wird. Am Geburtstag selbst, dem 29. April 2026, wird ein Gottesdienst mit Festakt und Empfang in der Lukas-Gemeinde in Berlin-Schöneberg stattfinden. Auch per Live-Stream werden die Festlichkeiten ab 18 Uhr zu verfolgen sein. Der Bundespräsident ist eingeladen.
Die Feierlichkeiten werden ergänzt durch die Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung, die sich vom 30. April bis zum 2. Mai in Berlin-Wedding mit der VEF beschäftigen wird. Expertinnen und Experten werden in Vorträgen und Diskussionen die Geschichte und aktuelle Wirkung und Vernetzungen der VEF erörtern. Für Interessierte auch aus anderen kirchlichen Denominationen sehr empfohlen. Weitere Informationen werden zeitnah auf der Webseite freikirchenforschung.de zu finden sein.
Frank Fornaçon Ansprechpartner Kirchenasyl
Im Bericht des Beauftragten am Sitz der Bundesregierung gab Konstantin von Abendroth den Wunsch der Bundespräsidialamtsleitung weiter, sich am Tag des Ehrenamts zu beteiligen (ehrentag.de). Den 77. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 hat der Bundespräsident zum „Ehrentag“ ausgerufen, um ehrenamtliches Engagement zu würdigen und zu fördern. Kirchen und Freikirchen seien wichtige Stützen unserer Demokratie, was durch hohes ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck kommt.
Auch beim Rückblick auf das 500-jährige Täufergedenken wurde der Bundespräsident zitiert. „Die Täuferbewegung hat Teil an unserer demokratischen Entwicklung“, so Frank-Walter Steinmeier beim Festakt am 21. September in Hamburg. Doris Hege, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, bekräftigte ihren Wunsch, dass das Gedenken in die Zukunft reicht und zu einem mündigen Glauben ermutigt.
Bereits eingearbeitet hat sich der neue Kirchenasylbeauftragte beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), Pastor i.R. Frank Fornaçon, der sich den Delegierten vorstellte. Er ist in diesem Jahr auf Rechtsanwalt Andreas Hantschel gefolgt und ist über kirchenasyl@vef.de als Ansprechpartner für VEF-Gemeinden zu erreichen.
Mehrere Gäste haben in diesem Jahr die Mitgliederversammlung ergänzt. Der vor Ort ansässige Wycliff e.V. stellte seine Arbeit in Sprachforschung und Bibelübersetzung vor. Die Vorstellung der Deutschen Bibelgesellschaft und der Bibelsoftware Logos ergänzten den Fokus auf die Bibel. Und die PROVITA-Stiftung gab einen Einblick in ihre Arbeit zu lebensethischen Themen, zu der zum Beispiel die Initiative „Lebens?fragen“ gehört.
Die Mitgliederversammlung tagt zwei Mal im Jahr. Die nächste Tagung findet am 30. April 2026 in Berlin statt.
Quelle: Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) | vef.de



