Foto: Eric Linder Keine Langeweile trotz Kirchengeschichte
Tag der FeG-Geschichte 2025
Prof. Dr. Andreas Heiser hat den Neviandt-Preis erhalten. Der Festakt zeigte: Kirchengeschichte ist nicht nur für historisch interessierte Personen spannend, sondern elementar für die Zukunft. Großen Jubel gab es dann bei der Verleihung.
Der nach dem ersten FeG-Präses Heinrich Neviandt benannte Neviandt–Preis wird seit 2008 an Personen verliehen, die sich um die ältere und jüngere FeG-Geschichte verdient gemacht haben. Dieses Jahr wurde Prof. Dr. Andreas Heiser bei einem Festakt mit diesem Preis ausgezeichnet.
Am 16. November 2025 fand im Kronberg-Forum in Ewersbach der diesjährige Tag der FeG-Geschichte statt. In dessen Mittelpunkt stand die Verleihung des Preises an Prof. Dr. Andreas Heiser sowie ein Festvortrag von Prof. Dr. Frank Lüdke, der die Bedeutung verantwortungsvoller Erinnerung für die Zukunft der FeG beleuchtete. Moderiert wurde der Nachmittag von Pastorin Friederike Meißner.
Foto: Eric Linder Ohne Erinnerung verliert Kirche Identität
Als Einstieg zu seinem Festvortrag überrascht der Kirchengeschichteprofessor Dr. Frank Lüdke, der Evangelischen Hochschule Tabor mit Sitz in Marburg, mit einem Romanzitat aus dem Werk 1984 von George Orwell: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, der kontrolliert die Zukunft“. Im Publikum sieht man fragende Blicke, was dieses ausgedachte Werk mit Geschichtsschreibung zu tun hat. Diese Spannung nutzt Lüdke gezielt, um auf Probleme in unserer heutigen Zeit aufmerksam zu machen, die bereits in dem Werk von Orwell dargestellt werden. So versuchen Verantwortliche in Amerika zum Beispiel momentan, die Geschichtsschreibung zu ändern. Es sollen gezielt Werke aus Schul- und Universitätsbibliotheken entfernt worden sein, die sich kritisch mit der Geschichte Amerikas auseinandersetzten. „Ohne Erinnerung verliert die Kirche ihre Identität“, sagt Lüdke.
Er zeigt damit auf, wie wichtig es ist, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen. Auch mit Fehlern, die in der Vergangenheit passiert sind. Denn nur, wenn man die Fehlschläge kenne, werde man dafür sensibel, was in der Zukunft passieren könne: „Wer Geschichte erinnert, der gestaltet die Zukunft“. Mit diesen Worten schließt Dr. Lüdke seinen Vortrag, entfernt sich damit von den schwarzmalenden/dystopischen Ansichten Orwells und macht Mut und Lust, sich mit Geschichte auseinanderzusetzten.
Foto: Eric Linder Strahlendes Lächeln
Höhepunkt ist an diesem Tag die Verleihung des Neviandt-Preises an Prof. Dr. Andreas Heiser. Andreas Heiser ist Direktor und Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Ewersbach. Wie die Laudatio von Diakoniedirektor Otto Imhof zeigt, begleitet Andreas Heiser die Kirchengeschichte schon viele Jahre. Die Freude und Dankbarkeit über den Preis sind Heiser stark anzumerken.
Der Preis wird vom Historischen Arbeitskreis (HAK) des Bundes Freier evangelischer Gemeinden verliehen und in diesem Jahr durch Dr. Johannes Demandt überreicht. „In Anerkennung seiner Dienste um die Theologie und Geschichte der Freien evangelischen Gemeinden, wird Dr. Andreas Heiser der Neviandt-Preis verliehen“, lautet die Inschrift der gerahmten Urkunde. Unter einem tosenden Applaus wird dem Preisträger die Urkunde überreicht. Studierende der Theologischen Hochschule Ewersbach haben Plakate mitgebracht, um ihren Direktor zu bejubeln. Als Andreas Heiser das bemerkt, wird sein Lächeln noch größer und es zeigt sich, dass dieser Tag ein sehr besonderer Moment für ihn ist.
Dienst für Jesus Christus
„Kaum hält man den Preis in der Hand, muss man ihn weglegen. Ein Sinnbild dafür, dass die Arbeit weitergeht.“
Mit diesen Worten beginnt Dr. Heiser seine Dankesrede an diesem Nachmittag. Er nutzt den Raum, um Danke zu sagen. Danke an alle, die die Arbeit an der Geschichte der Freien evangelischen Gemeinde ermöglichen. Danke an alle, die am Festtag mitarbeiten.
Abschließend richtet Andreas Heiser seinen Blick darauf, was wirklich wichtig für ihn ist: „Und so möchte ich mit euch zusammen weiter arbeiten an der Geschichte und der Theologie der Freien evangelischen Gemeinden und dabei nie vergessen, dass theologische Arbeit im Dienst an der Gemeinde unseres Herrn Jesus Christus steht“. Es lässt sich förmlich spüren, dass Andreas Heiser eine große Dankbarkeit für den Preis verspürt, aber es ihm viel wichtiger ist, dass er einen Dienst an der Kirche Christi leisten darf.
Ein Festtag mit Bedeutung
Die Verleihung dieses Preises hat gezeigt, wie lebendig und bedeutsam die Auseinandersetzung mit Geschichte auch heute bleibt. Inmitten der festlichen Atmosphäre wurde sichtbar, wie viel Engagement, Leidenschaft und Beharrlichkeit hinter der Arbeit von Prof. Dr. Andreas Heiser stehen. Sein Wirken prägt die Beschäftigung mit der Geschichte der Freien evangelischen Gemeinden seit vielen Jahren – und gerade deshalb ist die Anerkennung, die ihm an diesem Tag entgegengebracht wurde, mehr als verdient.
Ein Dank gilt allen, die mit großer Hingabe dazu beigetragen haben, dass dieser Tag ein feierliches Gepräge erhielt. Helferinnen und Helfer im Hintergrund, Studierende, Mitarbeitende und Unterstützende schufen gemeinsam einen Rahmen, der die Bedeutung dieses Moments unterstrich. Besonders die klassische Musik von Dr. Julius Steinberg am Flügel und Derek Harvey an der Violine hat diesen Nachmittag zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Ein Blick in die Vergangenheit lohnt sich
Zugleich wurde an diesem Nachmittag noch einmal eindrücklich bewusst, wie wichtig der Blick zurück für den Weg nach vorn ist. Geschichte fordert heraus, mahnt, inspiriert und öffnet den Blick dafür, was Kirche prägen kann und wovor sie sich hüten muss. Wer sich dieser Aufgabe stellt, übernimmt Verantwortung für die Zukunft.
In diesem Sinne bleibt die Hoffnung, dass die Freude über den Preis nicht nur Prof. Heiser stärkt. Sondern, dass sie viele motiviert, weiterhin mit wachem Herzen und klarem Verstand daran mitzuwirken, dass die Erinnerung nicht verloren geht und die Zukunft der Gemeinde Jesu verantwortungsvoll gestaltet wird.
David Weber | Student der Theologischen Hochschule Ewersbach | th-ewersbach.de
Weiterführende Links
- Laudatio auf Prof. Dr. Andreas Heiser von Otto Imhof | PDF >>
- Video zum Tag der FeG-Geschichte | YouTube >>
- Hochauflösende Fotos zur freien Verwendung | Fotonachweis: THE | Eric Linder | Fotos JPG >>
- Infos zum Historischer Arbeitskreis | hak.feg.de
- Theologische Hochschule Ewersbach | th-ewersbach.de
- Webseite Bund FeG | feg.de
- Fakten zu Bund FeG | fakten.feg.de
Fakten Bund FeG
Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG) wurde 1874 gegründet und besteht aus ca. 500 selbstständigen Ortsgemeinden mit insgesamt 42 350 Mitgliedern. Er ist mit der Evangelischen Allianz in Deutschland verbunden und Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Witten. Präses ist seit 2024 Henrik Otto.
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