1. August 2020 | Aktuell FeG-Präses IFFEC Presse

Perspektiven | Gemeinde Jesu: bunt und weltweit

In seinen PERSPEKTIVEN greift Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, einen Aspekt aus dem Leben oder ein Thema aus der öffentlichen Diskussion auf.

Wir waren mit zwei Bussen nach Lich/Hessen gefahren. In einem Restaurant sollte es einen großen Empfang geben. Vertreter aus fast allen Ländern des Internationalen Bundes Freier evangelischer Gemeinden (IFFEC) waren zur Theologischen Konferenz nach Ewersbach gekommen. Der festliche Abend war lange geplant und wir freuten uns darauf, als Deutscher Bund FeG gute Gastgeber zu sein.

INTERNATIONALE BEGEGNUNGEN

Wir kamen etwas zu früh an, die Türen hatten sich noch nicht geöffnet. Und so strömten die Gäste aus den Bussen und verteilten sich in der Umgebung. Direkt neben dem Grundstück befand sich ein Kriegsopferfriedhof mit Opfern aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich hatte den Friedhof auf dem Gelände des Kloster Arnsburg schon bei einem früheren Besuch gesehen. Die Toten stammten von überall: Belgier, Polen, Ungarn, Deutsche und viele mehr. Gefallene Soldaten und im Arbeitslager Hirzenhain von der SS und Gestapo ermordete Gefangene wurden später hier auf einem gemeinsamen Friedhof begraben. Ich sah meine internationalen Freunde und Geschwister durch die Grabreihen gehen, Namen lesen, reden. Ich wollte versinken vor Scham. Hier lagen ihre Landsleute begraben. In deutschem Boden.
Nach einer Viertelstunde gingen wir zum Essen hinein. Meine Feststimmung war getrübt. Ich saß am Tisch mit Amerikanern und Europäern. Es war mein erstes Jahr als Präses, ich war damals 43 Jahre alt und fühlte mich unwohl. Ich vertraute mich meinen Tischnachbarn an und benannte meine Beklemmung angesichts des Friedhofes, angesichts von Schuld und Last. Wie gut war es da, am Tisch von den anderen zu hören, dass wir doch heute zusammengehören, dass Schuld vergeben ist, dass uns nichts nach unten ziehen darf. Ich wurde aufgerichtet durch internationale Geschwister, die mir die Hand reichten. Schuld ist vergeben. Wir gehören zusammen. Eine befreiende Erfahrung.

WELTWEITES FEG-NETZWERK

Der Internationale Bund FeG wurde 1948 in Bern gegründet. Kontakte, die schon vorher bestanden, mündeten in ein festeres Netzwerk. Allen war klar, dass etwas geschehen müsse in dieser zerbombten, verfeindeten und gespaltenen Welt. Jugendgruppen besuchten sich grenzüberschreitend, Bundesvertreter lernten sich kennen. Schweizer gründeten in Deutschland eine Gemeinde (die FeG Singen). Schweden schickten gleich eine ganze Kirche (eine Holzkirche, die bis heute die FeG Berlin-Adlershof darstellt). Theologischer Austausch weitete den Horizont und vertiefte das Verständnis füreinander. Bis heute ist uns das wichtig: Wir gehören aus allen Nationen, Sprachen und Völkern zu dem einen Gott. Wir wollen einander respektieren, unterstützen, vergeben und miteinander ein Zeichen des Reiches Gottes in dieser Welt sein. Wir vernetzen Bünde miteinander und arbeiten in Mission und Menschenrechten zusammen. Wir unterstützen einander in Ausbildung und tauschen Ideen aus.

PROPHETISCHE VERBUNDENHEIT

Mein Glaube war immer der Glaube an einen Gott aller Menschen. Denn entweder ist Jesus Christus Retter für alle, dann ist das auch ein gutes Argument dafür, dass ich ihm vertraue. Oder er ist nur eine Lokalgottheit Israels, des Westens oder der Gesunden. Dann gibt es für mich wenig Gründe, ihm zu vertrauen. Kirche bzw. Gemeinde ist Leib Christi weltweit und sie besteht aus Menschen aller Nationen und Hautfarben. Da ist nicht Jude und Grieche, Deutscher und Amerikaner, Schwarzer und Weißer (frei nach Galater 3,28). Für mich hat deswegen die internationale Verbundenheit einen prophetischen Charakter. In diesem Geiste hat der Internationale Bund auch seine Erklärung gegen Rassismus veröffentlicht (siehe Seite 16). Dies ist eine Stärkung aller Bünde, insbesondere für die Bünde in den USA. Durch den Internationalen Bund sind sie alle nicht nur innerlich und im Glauben, sondern auch strukturell verbunden mit der weltweiten Gemeinde Jesu Christi. Das tun wir als Bund FeG: Wir verbinden mit der weltweiten Gemeinde Jesu.

Ansgar Hörsting | Präses Bund FeG | praeses.feg.de

Dieser Artikel ist erschienen in der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE 08/2020 >>

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