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Juli 6, 2023 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE FeG Jugend FeG Junge Generation Newsletter Presse

BUJU | Interview: Jetzt sind die Gemeinden gefragt

Über geringe Anmeldungen und Segen in Gemeinden

Nachfass nach dem BUJU: Im Interview erzählt Teenagerreferent Hannes Krupinski, wie die niedrigen Teilnehmendenzahlen zu erklären sind und wie Gemeinden ihre Jugendlichen jetzt unterstützen können. Die Fragen stellte Nathanael Ullmann.

In diesem Jahr kamen rund 2.800 Jugendliche zum BUJU. Das ist weniger als sonst. Was war da los?

Ich muss direkt sagen: Mich hat die Zahl kein einziges Mal runtergezogen oder demotiviert. Mein erster Gedanke war: Okay, dann kommen halt nur 2.800 Teilnehmende. Aber denen machen wir das geilste Wochenende, das überhaupt geht. Die kommen hier hin, weil sie eine unfassbare Sehnsucht danach haben, Menschenmengen zu erleben, gemeinsam Lobpreis zu machen und Gottesdienst zu feiern. Das hat mich immer angetrieben.

Aber natürlich kommt man ins Nachdenken. Eine Rückmeldung, die immer wieder kam, war: Nach Corona will ich mich diesen großen Massen nicht mehr aussetzen. Dazu kommt, dass in vielen Gemeinden nach der Pandemie weniger Menschen – also auch weniger Jugendliche – sind. Und dann haben wir vor Jahren schon überlegt: Da kommen geburtenschwache Jahrgänge auf uns zu. Damit ist klar, dass wir weniger Leute erreichen. Und wenn wir diese drei Dinge zusammenbringen, dann kriegen wir eine ganz gute Erklärung. Aber zufrieden stellt mich das nicht.

Ich habe schon die Hoffnung, dass wir 2.800 Jugendliche heißgemacht haben. Dass sie denen, die nachkommen, erzählen: „Da erlebst du Jesus! Da wird zusammen gezeltet, gelacht, geweint.“

Das letzte große BUJU ist fünf Jahre her. Viele Jugendliche können mit dem Begriff gar nichts mehr anfangen. Ist das auch ein Problem?

Ich glaube, wenn wir nicht die BUJU-Tour im letzten Jahr gemacht hätten, hätten wir hier noch weniger Jugendliche. Ich sehe unglaublich viele Gesichter, die auch auf der BUJU-Tour waren.

Hättet ihr euch von den Gemeinden im Vorfeld mehr Unterstützung gewünscht?

Es ist schon ein wenig komisch, wenn man mitkriegt, dass Gemeinden auf Pfingstfreizeit fahren und ihre Jugendlichen mitnehmen, die früher immer auf dem BUJU anwesend waren. Aber ich glaube auch, dass Gemeinden genauso am struggeln [ringen, Anm. d. Red.] sind wie wir. Ich glaube, dass sich da ganz viel erholen muss.

Hoffnung auf das nächste BUJU

Gibt es Konsequenzen wegen der geringen Teilnehmendenzahlen?

Eigentlich nein. Wie ich schon sagte: Die jüngeren Leute kennen das BUJU nicht. Es gibt nicht mehr den natürlichen Werbeträger, dass die älteren Jugendlichen die jüngeren einfach mitnehmen. Wir fangen bei Null an. Deswegen sind der Wunsch und die Hoffnung, dass wir beim nächsten Mal wieder deutlich mehr Leute erreichen.

Wir haben ja auch nicht weniger Mitarbeitendenbedarf bei weniger Teilnehmenden, weil wir den Jugendlichen, die hier sind, das Optimum anbieten wollen. Klar könnte man jetzt hergehen und sagen: Nächstes Mal planen wir nur zwei Themenwelten statt drei oder weniger Geräte im Funpark. Aber dann geht etwas verloren. Für die, die da sind, ist es gut so, wie es ist – mit den ganzen Möglichkeiten, die es gibt.

Wie können Gemeinden die Jugendlichen nach dem BUJU weiterbegleiten, damit das Feuer nicht erlischt?

Auf jeden Fall können sie sich mit ihrer Teengruppe weiter treffen und überlegen: Was könnten Events sein, die man zwischen den BUJUs plant? Dann fährt man mal für ein Wochenende weg oder übernachtet im Gemeindehaus, damit man als Gemeinde das Gruppenfeeling hat. Oder man sucht sich eine Gemeinde nebenan und fährt mit der auf eine Freizeit oder trifft sich zu einem Gottesdienst.

Wir sagen immer: Das BUJU ist ein Event. Die eigentliche Arbeit passiert in der Gemeinde. Die Frage ist: Habe ich als Gemeinde im Blick, dass Jugendliche sich auf dem BUJU für Jesus entschieden haben oder bereit sind, sich taufen zu lassen? Biete ich als Gemeinde einen Taufgottesdienst an? Grundsätzlich glaube ich, dass es extrem wichtig ist, weiter mit den Jugendlichen unterwegs zu sein.

Jugendliche als vollwertige Menschen annehmen

Frieden war das zentrale Thema vom BUJU 2023. Wie kann Gemeinde zum Ort des Friedens werden?

Indem sie die Jugendlichen so annimmt, wie sie sind. Und indem sie als Gemeinde das Bewusstsein entwickelt: Die Jugendlichen sind noch nicht fertig. Die gehen noch ein Stück. Gemeinde muss ihnen trotzdem das Gefühl geben: Hier darf ich sein, hier darf ich echt sein, hier darf ich ich sein.

Gemeinde muss es schaffen, Jugendliche als vollwertige Menschen einerseits zu sehen und auf der anderen Seite als noch nicht fertig. Das ist ein Paradox, volle Lotte. Aber nur so funktioniert es. Einfach für die Jugendlichen da zu sein, das ist das Entscheidende. Sie nicht zu formen, nicht zu meinen, die Jugendlichen müssten so werden wie ich. Sondern ihnen zu helfen, dass sie sich zu der Person entwickeln, die sie werden sollen. Und ihnen Raum zu geben, dass sie Gemeinde anders gestalten.

Das klingt utopisch.

Aber in einer Gemeinde, wo das funktioniert, da ist kein Abbruch. Da passiert es, dass Leute sagen: „Ich will kein Ältester mehr sein, ich bin 65 und da sind welche, die sind 30.“ Und wenn ich es noch weiterdenke, müsste ich sagen: Da sind Leute, die sind 20 und sind in der Gemeindeleitung. Weil ich verstehe, dass es nicht auf das Alter ankommt, sondern dass die Leute mit Jesus unterwegs sind.

Können Gemeinden etwas vom BUJU lernen?

Hier passiert genau das, was in Gemeinden optimalerweise passieren soll. Jede und jeder ist in dem Bereich eingeplant, wo er oder sie mit den Begabungen voll zum Zug kommt. Nicht alle Pastorinnen und Pastoren predigen auf der Bühne. Aber wir schauen: Was haben sie sonst noch für Begabungen? Wir haben hier 550 Mitarbeitende und alle gehen ihrer Aufgabe nach. Weil alle wissen, was ihre Aufgabe ist und das Ziel sehen.

Ich glaube, dass es Gemeinde hilft, zu überlegen: Was ist das Ziel? Woran wird es messbar, dass wir Jesus nachfolgen wollen? Beim BUJU ist es viel leichter, ein Ziel festzulegen. Wenn Leitungen von Gemeinden mehr danach suchen, was das Ziel für die nächsten ein, zwei Jahre ist, ist das extrem hilfreich.

Ich glaube, das ist das einzige, was Gemeinde vom BUJU lernen kann. Alles andere macht Gemeinde besser. Weil sie länger mit den Leuten unterwegs ist, mehr Seelsorge betreiben kann, sich mehr um die Menschen kümmert, mehr Arbeit in Jugend und Kinder investiert als wir das hier machen. Wenn sie all das beibehält und dann noch ein Ziel definiert, was für eine Power hat sie dann!?

Das Interview erschein zuerst in der CHRISTSEIN HEUTE.

BUJU 2026 | 2029 | Jetzt vormerken!

Die nächsten Bundesjugendtreffen (BUJU) sind geplant:
23.–25. Mai 2026 | 19.–21. Mai 2029 | Messe Erfurt.
Bitte jetzt schon im Gemeinde-Terminkalender vormerken und freihalten! | buju.org

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Pressekontakt

Nathanael Ullmann schaut in die Kamera.Foto: FeG Deutschland | AW
Nathanael Ullmann | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Foto: FeG Deutschland | NU
Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher

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