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CHRISTSEIN HEUTE | Anbetung | JETZT Konferenz 2025

19. September 2025

Anbetung jetzt

Eindrücke und Erlebnisse von der JETZT Konferenz 2025

Den vielstimmigen Ton höre und spüre ich immer noch: der Klang von Gott anbetenden Menschen erfüllte den Raum, meine Ohren und das Herz. Dankbar bin ich, wenn ich an die JETZT Konferenz vom 12. bis 13. September in der FeG Wetzlar zurückdenke. Sie hallt in mir sehnsuchtsvoll nach.

Die vierte Konferenz von GEISTbewegt war ein geistliches Erlebnis, das mich nachhaltig geprägt hat. Vom Freitagabend bis zum letzten Impuls am Samstagnachmittag ging es um etwas Zentrales im Leben als Kind Gottes, das oft unterschätzt wird: Anbetung.

Die Essenz der Anbetung

Das Team der FeG-Initiative GEISTbewegt begrüßte die rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Janina und Tim Jodat, Pastorenehepaar der FeG Eutin, führten durch die Konferenz – zusammen mit ihrem Lobpreis-Team, welches die Gottesbegegnungen musikalisch gestaltete.

Rainer Harter, Gründer des ersten deutschen Gebetshauses in Freiburg, nahm uns inhaltlich hinein in die Essenz der Anbetung: Biblisch fundiert machte er deutlich, dass sie keine Randerscheinung des Glaubens ist, also nicht nur Beiwerk oder bloß eine musikalische Stilrichtung. Anbetung hat ihr Zentrum im Wesen Gottes selbst. Und geschieht dort, wo Menschen auf die Herrlichkeit und Größe Gottes antworten.
Harter machte deutlich, dass wir in der Anbetung weniger etwas leisten, sondern vielmehr antworten auf das, was Gott bereits ist und tut. Gott in seinem Wesen zu erkennen und darauf mit unserem Leben entsprechend zu reagieren – das ist im Tiefsten der Kern und die Essenz von Anbetung. Damit legte er die Grundlage für alles, was inhaltlich folgte.

Gott anbetend genießen

Gott zu genießen ist wie ein Festmahl. Mit einem lebendigen Einstieg zu Psalm 63,5–6 starteten Janina und Tim Jodat in den zweiten Tag der JETZT Konferenz. Das biblische Lied beschreibt, wie sehr die Seele nach Gott dürstet. Jodats gaben uns ein eindrückliches Bild mit: Gott zu genießen ist wie ein reich gedeckter Tisch oder wie ein Barbecue mit Freunden. Dabei wurde spürbar, dass Anbetung weder abstrakt noch trockene Theorie ist. Anbetung ist ganzheitlich. Wer Gott anbetet, darf ihn mit allen Sinnen genießen – mit Geist, Seele und Leib. Ein wichtiger Gedanke war: Persönliche Kämpfe und Schlachten werden im Lobpreis geschlagen. Warum? Weil Gott im Lobpreis spricht, weil er uns dort begegnet und weil in der Anbetung eine neue geistliche Wirklichkeit geschaffen wird.

Felix Bendorf, Anbetungsleiter der FeG Eutin, betonte, dass Anbetung sich auch körperlich ausdrückt. Sie äußert sich in Haltungen wie dem Heben der Hände oder Knien –
nicht nur in der Gemeinde, sondern auch im persönlichen Gebet zu Hause. Anbetung ist nicht nur etwas für den Verstand, sondern bezieht Leib und Seele mit ein. Das anbetende Musikteam trug mit dazu bei, dass Menschen beim vielstimmigen Gesang ermutigt, inspiriert und zugleich herausgefordert wurden.

Verändernde Kraft der Anbetung

Im zweiten Teil des Vormittags sprach Rainer Harter zu „Die Kraft der Anbetung – Veränderung von Herzen und Atmosphäre“. Anbetung verändert unser Inneres als auch unser Umfeld. Sie formt Herzen, prägt Gemeinden und gestaltet Kultur. Der Hauptreferent gebrauchte das Bild einer Hochzeit: Ein leidenschaftlicher Bräutigam wartet auf seine Braut. So dürfen wir Gott begegnen – nicht in Scham oder mit dem Blick auf unsere Unzulänglichkeit, sondern mit der Gewissheit, dass er uns will. Vor Gott zu treten heißt, den Blick nicht auf sich selbst zu richten, sondern auf ihn. In seiner Gegenwart geschieht Konversion – hier formt uns der Heilige Geist.

Wahre Veränderung beginnt dort, wo wir Gott anschauen. Wenn Menschen Gott begegnen, erkennen sie ihre eigene Sündigkeit und Unzulänglichkeit. Der Apostel Petrus rief in Lukas 5,8: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.“ Doch gerade in dieser Erkenntnis liegt der Beginn der Verwandlung. Rainer Harter zitierte passend dazu den altkirchlichen Bischof Gregor von Nyssa: „Indem wir schauen, werden wir verwandelt; denn indem wir das wahrhaft Schöne betrachten, werden auch wir selbst in dessen Ebenbild verwandelt.“ In der Anbetung werden wir Jesus ähnlicher hin zum Frieden, Vertrauen und in unserer neuen Identität in Christus gefestigt. Wir erkennen uns als Braut, als Töchter und Söhne, die von Gott gewollt sind. So stiftet Anbetung Identität und schafft eine Kultur, die Gemeinden tief prägt.

Nicht ohne Humor erinnerte Harter uns an ein bekanntes Sprichwort: „Loben zieht nach oben und Danken schützt vor Wanken.“ Auch im Umgang mit Problemen – er erzählte Beispiele aus dem Leben mit seinen pubertierenden Kindern – gilt es, den Blick auf Gott zu richten.

Rainer Harter setzte einen weiteren Schwerpunkt: Anbetung ist eine Entscheidung und bedeutet Kontinuität. Niemand außer mir kann mich in die Gegenwart Gottes bringen. Manchmal muss man sich „selber in die Anbetung schleppen“ und Gewohnheiten entwickeln, die einen tragen. Abgerundet wurde der Vortrag durch eine Praxisübung: Kontemplation vor dem Thron Gottes – angelehnt an Offenbarung 4. Atmosphärischen Klängen von Frank Laffin aus dem Gebetshaus Freiburg schufen den Raum, um Gott zu begegnen. Es war eine intensive Zeit des betrachtenden Gebets, die tief berührt hat.

Anbetung ist Lebensstil und Praxis

Die FeG Limburg berichtete in einem Erfahrungsbericht, dass sie sich das Jahresthema „Heiliger Geist“ gesetzt haben und das Team von GEISTbewegt für ein Wochenendseminar eingeladen hat. Ein gemeinsam gelesenes Buch über das Hören auf Gottes Stimme diente zur Vertiefung. Die Gemeinde ging Schritte, indem Menschen Eindrücke für andere empfingen – stets liebevoll, tief und berührend. Dieses Beispiel machte Mut, sich nach mehr von Jesus auszustrecken und das Empfangene auch weiterzugeben.

Abschließend gab Rainer Harter seinen letzten Impuls „Ein Lebensstil der Anbetung – der Weg zum Leben in Gottes Gegenwart“. Er begann mit einem Feedback: Einige berichteten, wie sie berührt worden waren in ihrer Zeit „vor dem Thron Gottes“. Im Weiteren wurde ausgeführt, dass Anbetung nicht nur in besonderen Momenten, sondern im Alltag gelebt werden soll. Dazu gab er praktische Tipps:

  • Partnerschaft mit Gott bilden: Verantwortung übernehmen und Anbetung praktizieren: Wenn ich nicht bete, wird sie nicht geschehen.
  • Erinnerungsanker schaffen: Kleine Zeichen, Bibelverse oder Gegenstände können uns daran erinnern, in Gottes Gegenwart zu leben. Sie helfen, Anbetung im Alltag einzuüben, z. B. beim Autofahren, beim Zähneputzen, am Arbeitsplatz.
  • Selbstführung üben: Rainer Harter nannte die geistliche Praxis humorvoll den „Esel“, den wir über die Brücke führen müssen. „Der größte Esel bin ich selber“, sagte er. „Aber ich darf meinen Esel hinter Jesus herführen.“

Anbetung einüben

Bei der Anbetung geht es immer um ein Leben von innen nach außen. Viele Menschen leben reaktiv, doch Jesus lehrt, dass das, was aus dem Herzen kommt, entscheidend ist. Aus dem inneren Schatz dürfen wir schöpfen und unsere Umwelt prägen. Sprüche 4,23 unterstreicht: „Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus.“

Anbetung bedeutet, vor dem Thron Gottes zu verweilen. Unser Inneres muss mit dem Äußeren zusammenkommen. Sie ist keine punktuelle Erfahrung, sondern eine Haltung, ein Lebensstil, der Identität stiftet und unser Umfeld verändert. Als praktisches Follow-up wurde angeregt, das Team von GEISTbewegt zu entsprechenden Themen einzuladen und empfohlene Literatur – persönlich und auch als Gemeindegruppe – zu lesen.

Mehr als der perfekte Klang

War die JETZT Konferenz der perfekte Anbetungsklang? Nicht ganz, aber eine Vorahnung, was Anbetung vor dem Thron Gottes einmal sein wird – komplett in der Gegenwart des heiligen und liebenden himmlischen Vaters.

Die Konferenz war für mich ein vielstimmiger Lernweg. Ich habe verinnerlicht und verstanden, dass Anbetung nicht nur ein Lied oder ein Ritual ist, sondern Begegnung – mit Gott, mit mir selbst und mit anderen. Es geht darum, mich bewusst in Gottes Gegenwart zu stellen, egal, was ich denke oder wie ich mich fühle. Es geht darum, anbetende Gewohnheiten zu entwickeln, die mein Herz und Leben formen. Die Klänge, Bilder, Worte, Erfahrungen und Begegnungen der Tage wirken nach. Die Impulse zur Anbetung sind wie Marker in meinem Alltag. Sie erinnern mich daran, dass ich Gottes geliebtes Kind bin, dass er mich will –
und dass mein Leben in seiner Gegenwart geborgen ist.

Ein großes Dankeschön sage ich den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der JETZT Konferenz: Ihr seid ein echtes Vorbild, wie segensreich es ist, Segen zu geben und Segen zu empfangen. Ich freue mich schon auf die nächste JETZT Konferenz in zwei Jahren.

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