HOOP für Ostfriesland
Von der Idee zur Gemeindegründung
Axel Gärtner ist kurz vor dem Wechsel in eine schöne neue Aufgabe: die Gründung von zwei Gemeinden in Ostfriesland. Nach 22 Jahren Pastorendienst in der FeG Aurich sitzt er bei einer Tasse Ostfriesen-Tee und erinnert sich während das Kluntje klirrt, wie es von der Idee zur Gemeindegründung im Rahmen der FeG Inland-Mission gekommen ist.
Als ich in meinen Dienst als Pastor 2003 in Aurich startete, war alles neu. Neuer Ort, neue Landschaft, neue Menschen und auch neue Arbeit. Damals notierte ich mir in mein Notizbuch zum Start in diese neue Aufgabe in Ostfriesland gleich mehrere Ziele. Zwei waren eindeutig, evangelistisch zu arbeiten und Gemeindegründung zu fördern.
Eine Gemeindegründung sollten wir schon sehr bald erleben. Schon 2005 initiierten wir mit vielen Interessierten einen entsprechenden Arbeitskreis mit klarem Ergebnis: Am 23. Februar 2007 wurde die FeG Hesel als Tochtergemeinde von Aurich aus ins Leben gerufen. Und dann?
Die Ausrichtung nach außen, die evangelistische Arbeit – all das war jahrelang mein Herzensanliegen für die Auricher. Aber die Dynamik zu weiteren Gründungen blieb aus. Für Gemeindegründung war gefühlt keine Luft, auch wenn ich mir das weiterhin sehr gewünscht habe.
Für meine Frau Anke und mich war schon lange klar, dass wir mit dem Ende der Schulzeit unserer Tochter 2025, ein neues Kapitel aufschlagen werden. Nur was und wohin und wie, war unklar. Das entdeckte ich dann im Herbst 2023 in der Stille und im Gebet, und es war, als fiele es mir wie Schuppen von den Augen: Kann es sein, dass Du selbst die Antwort auf das Gebet und den Wunsch für Gemeindegründung bist? Kann es sein, dass Gott alles vorbereitet hat und viele Puzzleteile nun zu etwas Neuem zusammengefügt werden können? Kann es sein, dass es einen großen Mehrwert hat, dass ich nun schon so lange vor Ort bin und viele Menschen in Ostfriesland, viele Kirchen und Organisationen kenne? Ich schaute mir viele kleine und große andere Details an und entdeckte: Ja, es kann sein. Das Gespräch mit vielen Menschen in Ostfriesland und darüber hinaus und dem Leiter der Inland-Mission bekräftigten diesen Eindruck.
Ich bin kein Mensch, der sich abhängig macht von Berufungserlebnissen oder Stimmen, die ich höre. Auch, wenn es das bei mir schon gab und viele Menschen das sicher so erleben. Aber Gott hat mich bislang immer so geführt, dass das Hand und Fuß haben muss, wenn er beruft. In meinem Leben führte Gott auch immer so, dass ich den Eindruck hatte, die Lebensumstände fügen sich zusammen und alles passt. An diesem Punkt stehe ich jetzt zusammen mit der Inland-Mission. Der Start für die Gemeindegründungsarbeit in Ostfriesland ist für den 1.2.2026 vorgesehen.
1. Idee | Konzept
Hier in Ostfriesland hält man sich zur Kirche – so war es noch sehr lange. Aber der Mitgliederschwund ist auch in einem der stärksten Gebiete der lutherischen Kirche zu spüren. Die Kirchen gehen aus der Flächenversorgung der überalterten Gemeinden heraus und Zusammenlegungen von Kirchen sind notwendig. Und gleichzeitig ereilen auch andere Megatrends den ländlichen Raum an der Nordseeküste: immer mehr Einsamkeit, immer mehr Suchende, immer mehr Säkularisierung.
In der gedanklichen Vorbereitung auf das Thema Gemeindegründung stieß ich auf das schöne plattdeutsche Wort: „Hoop“ – Hoffnung, aber auch sehr nahe an hüpfen. Das soll mein Leitmotiv sein für die entstehenden Gemeinden – es sollen Hoffnungsorte sein, in denen Glauben, Liebe und Hoffnung lebendig sind und so froh machen, dass man hüpfen will, Hoffnungsorte, die zum Glauben an Jesus Christus einladen.
Stichwort Glaube: Es sollen Gemeinden entstehen, die zum Glauben an Jesus Christus einladen, die nach außen ausgerichtet bleiben und sich vor Ort für die Menschen einsetzen.
Stichwort Liebe: Es sollen Gemeinden entstehen, die Gemeinschaft pflegen und den Menschen helfen, sich zu integrieren. Auch das Netzwerk nach außen soll von Respekt und gegenseitiger Unterstützung geprägt sein.
Stichwort Hoffnung: Es sollen Gemeinden entstehen, die klar zu Gott hin ausgerichtet sind mit Gebet und in der Verkündigung. Und die voller Hoffnung sind für den nächsten Schritt, auch für die Menschen, die kommen und da sind.
Die Idee für die Gemeindegründung ist, dort anzuknüpfen, wo noch Glaube, Bibelkenntnis und kirchliche Erfahrung vorhanden ist. Und den Menschen ein neues Gewand von Kirche zu zeigen. Eins, dass modern und frisch ist, dass Hoffnung weckt und Freude macht. Gleichzeitig aber klar ist, in der christuszentrierten Verkündigung mit lebenspraktischen Themen. In Ostfriesland sind jetzt noch viele lose mit Glaube und Kirche verbunden – das ist aus meiner Sicht eine echte Chance.
Meine Idee war von Anfang an, an zwei Stellen zu starten. Zum einen, weil ich nicht mit sehr schnellem Wachstum rechne. Zum anderen, weil auf diese Weise gleich zu Beginn klar ist, dass ich als Gemeindegründer nicht immer da sein kann. Aber auch, weil eine finanzielle Unabhängigkeit so leichter erreicht werden kann und es viele mögliche Synergieeffekte für Angebote, Umsetzungen gibt, die eben nicht mit doppeltem, sondern nur mit einfachem Aufwand vorbereitet und durchgeführt werden können.
In einer ersten Phase ist es dann wichtig, das Netzwerk zu bilden, sich bekannt zu machen und auch direkt auf Menschen zu zugehen. Der Weg wird zunächst über vorhandene Strukturen gehen (z.B. bestehende Orte wie die christliche Schule in Südbrookmerland) und mit den Menschen, die vor Ort wohnen (die z.B. für einen Alphakurs ihr Haus öffnen). In einer zweiten Phase – so Gott will – geht es dann mit einem Kern von Interessierten an die wichtigen Fragen zur Gemeindeausrichtung. Erst dann werden erste Vorschaugottesdienste möglich sein, die mit zunehmendem Wachstum der Gemeinde regelmäßiger werden. Gleichzeitig sollen Kleingruppen entstehen und wachsen. Für die Kleingruppen möchte ich mit Konzepten arbeiten, die sehr schnell eine Selbständigkeit ermöglichen. In der Auricher Gemeinde nennen wir diese Gruppen Entdeckergruppen. Die Struktur ist durch sieben Fragen, die durch den Abend leiten, vorgegeben. Im Grunde genommen kann der Abend schon beim 2. Mal von jemand Neuem geleitet werden.
2. Vorstellung vor dem Arbeitskreis Inlandmission
Die Vorstellung vor dem Arbeitskreis der Inlandmission erfolgte am 25. April 2024, damals noch mit der Idee, jeweils in Emden und Südbrookmerland ein Gründungsprojekt auf den Weg zu bringen. Im letzten Jahr haben sich dann aber die Ereignisse überschlagen. Die FeG Wirdum, die eine Aufnahme in den Bund in diesem Jahr anstreben wird, liegt nicht weit entfernt von Emden. Ihr Plan ist nun, in naher Zukunft (in den nächsten 3-4 Jahren) den Standort ihrer Gemeinde nach Emden zu verlegen, so dass ein weiteres Projekt nicht erforderlich ist. So kann ich mit einer zweiten halben Stelle, einen weiteren Ort in Ostfriesland suchen und Gott um Führung darin bitten. Naheliegend ist es, in Wiesmoor, einem weiteren größeren Ort Ostfrieslands, eine Gemeindegründung auf den Weg zu bringen. Dort werde ich es zunächst versuchen. Aber: der Mensch denkt, Gott lenkt. Ich freue mich, wenn Du mit für klare Führung betest.
3. Rahmenvereinbarung
Im Prozess des Startens in diese Aufgabe habe ich neu gelernt, wie stark unser Bund ist. Die Unterstützung durch Sascha Rützenhoff als Leiter der Inland-Mission und Andreas Scholz / jetzt: Harald Kolk als weitere Verantwortliche der IM war von Anfang an sehr stark. So habe ich bereits an zwei Schulungen teilgenommen, die Lust auf mehr machen, viele Telefonate geführt und E-Mail-Anfragen verschickt und sehr viel Hilfe erfahren.
Da ich an zwei Stellen starte, habe ich je eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet für die FeG Südbrookmerland in Gründung und die FeG „Projekt Ostfriesland“ in Gründung (weil der genaue Ort noch nicht bekannt ist) und bin über die Inland-Mission als Gemeindegründer vor Ort im Einsatz. Zunächst drei Jahre sind darin im Blick und fest vereinbart, um zu sehen, welche Entwicklung die Gemeindegründungsprojekte in Ostfriesland nehmen.
„Mien Hoop“ ist, dass Gott uns in jedem Schritt hilft und etwas Neues entstehen darf, so dass viele Menschen in Ostfriesland neu „hoopen“ auf Gott und auch hüpfen vor Freude. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe und bitte dich, diese Projekte zu unterstützen. Gerne verschicke ich eine Infomail an dich, wenn Du Interesse hast, dabei zu sein, wenn Neues entsteht.
Axel Gärtner | Pastor der FeG Aurich und dann FeG-Gemeindegründer
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