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Dezember 19, 2022 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE FeG Auslands- und Katastrophenhilfe Newsletter Presse

Gemeinsam Not sehen und lindern

Packaktion „Pakete zum Leben“ als Zeichen, dass Gott Menschen sieht

Ennepetal | Die FeG Ennepetal sieht notleidende Menschen und setzt sich praktisch für sie ein. Die Gemeinde am südlichen Rand des Ruhrgebietes hat Ende November 400 „Pakete zum Leben“ für Menschen in Osteuropa gepackt, die mit Hilfstransporten der FeG Auslands- und Katastrophenhilfe verschickt werden. Seit vielen Jahren organisiert die Gemeinde die Packaktion und sammelt Geld dafür. Motivierte Personen von jung bis alt treffen sich an einem Ort und runden die Aktion mit einem Grillen ab. Wir haben Andreas Brinkmann, einen der Initiatoren, zu deren Motivation befragt und warum es Sinn macht, als Gemeinde sichtbar und helfend aktiv zu werden. Die Fragen stellte Artur Wiebe. Der Artikel ist zuerst in dem FeG-Magazin CHRISTSEIN HEUTE erschienen.

Andreas, du bist seit über 40 Jahren in der FeG Ennepetal. Was hat dich motiviert, die Packaktion „Pakete zum Leben“ zu starten?

Andreas Brinkmann: Als meine Selbstständigkeit krankheitsbedingt so langsam zu Ende ging, haben meine Frau Brigitte und ich 2014 eine Reise mit Dieter Happel (damaliger Leiter der FeG Auslandshilfe) nach Osteuropa gemacht. Ich wollte wissen, wo die Spendengelder hingehen. Wenn man größere Beträge an andere Organisationen spendet, fällt das nicht immer nur auf positiven Boden – da bin ich sehr skeptisch. Nach dieser Reise war ich so was von tief beeindruckt und bewegt, dass wir uns da noch weiter engagiert haben.

Daraus folgte dann zwangsläufig bei uns die Arbeit in der Gemeinde. Wir haben wieder angefangen – was ganz früher schon mal gemacht wurde – „Pakete zum Leben“ zu packen, weil wir die große Not dort gesehen haben. Inzwischen fahren wir privat mindestens alle zwei Jahre nach Rumänien und Bulgarien und haben dort mit zwei Pastoren persönliche Freundschaften geschlossen.

Was passiert mit den Spendengeldern an die FeG Auslands- und Katastrophenhilfe?

Andreas Brinkmann: Das meiste Geld – aus meiner Sicht, bei den Objekten, wo wir waren – geht direkt an die Gemeinden, um dort irgendwelche Arbeiten durchzuführen. Ich weiß von der Gemeinde in Welingrad, wo unbedingt das Gebäude saniert werden musste, z. B. außen die Wärmedämmung und vieles mehr. Die Spenden werden für entsprechende Objekte gebraucht und für die Gemeindearbeit vor Ort. So helfen Gemeinden Gemeinden.

Die FeG Auslandshilfe unterstützt weiterhin Projekte wie die „Klinik Zeichen der Hoffnung“ in Gotse Delchev im Südwesten Bulgariens und das Mutter-Kind-Zentrum „Lebenszeichen“ in Bukarest, das meiner Frau Brigitte sehr am Herzen liegt und das ja immer noch zu weit über 90 % von der FeG Auslandshilfe finanziert wird. Dafür brauchen wir Spendengelder.

Neben „Pakete zum Leben“ haben wir inzwischen ein kleines Netzwerk aufgebaut, sodass wir jede Woche an verschiedenen Stellen zwischen 50 und 60 Säcke Kleider sammeln. Inzwischen ist es so viel geworden, dass wir es gar nicht mehr alleine scha­ffen. Zum Glück konnten wir am Jahresanfang ein Ehepaar aus der Gemeinde gewinnen, die uns helfen, weil wir die Spenden jede Woche abholen müssen.

FeG Auslandshilfe hilft mit

Wir sind jetzt hier im Außenlager des SCM Bundes-Verlages in Wetter-Wengern. Hier packen knapp 25 Leute Pakete zum Leben. Ist das das erste Mal, dass ihr das macht?

Andreas Brinkmann: Inzwischen machen wir das zum sechsten oder siebten Mal. Angefangen haben wir es bei uns im Gemeindehaus, aber das ist nicht so e­ffektiv gewesen. Deshalb haben wir mit Eckhard Stolz gesprochen, der bei uns hier in der Gemeinde ist. An abgestimmten Tagen abends stellt er uns dafür zwei, drei Stunden einen Platz zur Verfügung, sodass wir die Arbeiten hier besser durchführen. Wir bekommen die Lebensmittel für die Pakete aus dem Lager der FeG Auslandshilfe in Wissenbach angeliefert. Wir stimmen das mit dem Koordinator Christoph Lantelme ab, der die Lebensmittel gesammelt und palettenweise immer ein paar Cent günstiger einkaufen kann, als wenn wir das hier in den Supermärkten vor Ort machen.

Das heißt, ihr bekommt die Lebensmittel von der FeG Auslandshilfe und übernehmt den Service, dass die nach einer fest vorgegebenen Reihenfolge in die Pakete zum Leben reinkommen?

Andreas Brinkmann: Richtig, richtig. Großes Lob auch für die Fahrer, die das abends immer noch auf sich nehmen. Nicht nur nachmittags losfahren von Wissenbach hier nach Wetter, sondern wenn wir fertig sind, fahren die auch noch mal zwei, zweieinhalb Stunden wieder nach Hause.

Ihr seid also als FeG Ennepetal seit 2014 mit euren Packaktionen dabei?

Andreas Brinkmann: Ja, 2014/2015 haben wir „Pakete zum Leben“ das erste Mal wieder ins Leben gerufen. Und es hat sich dann so ergeben, dass wir es immer kontinuierlicher machen. Bis zur Corona-Pandemie haben wir es zwei Jahre lang so organisiert, dass wir vor den Edeka-Märkten bei uns einen Stand aufgebaut haben mit Rollups und die Arbeit der FeG Auslandshilfe vorgestellt haben. Da haben wir immer so 100 bis 120 Pakete von den Kunden gesammelt, die dort eingekauft haben, und diese Pakete mit unseren ergänzt.

Notwendiger Tropfen auf dem heißen Stein

Du warst selber vor Ort in den Zielländern. Was passiert mit den Paketen, wenn sie jetzt auf Reise gehen?

Andreas Brinkmann: Die Pakete werden den Gemeinden vor Ort übergeben. Die Verteilung in dem jeweiligen Land obliegt ihnen. Es ist eigentlich so, dass jedes Gemeindemitglied, das in Not ist, dort ein Paket bekommt. Ich weiß z. B. von einem befreundeten Pastor, der zwei kleine Gemeinden mit 30 Personen leitet, dass sie 60 Pakete im Jahr bekommen. Das ist zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein notwendiger Tropfen. Leider immer noch viel zu wenig.

Wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, dann lohnt es sich ja nicht, oder?

Andreas Brinkmann: Doch das lohnt sich unbedingt, weil es die Menschen tri­fft, die das sonst nicht zum Leben hätten, was sie brauchen. Ganz dringend, hat man mir gesagt, ist Speiseöl begehrt. Das ist dort immer ein sehr knappes Produkt.

Fast zu viele Helfende

Wie habt ihr aus der Gemeinde die Leute zusammenbekommen, die dann sagen: Okay, wir opfern zwei oder drei Stunden?

Andreas Brinkmann: Wir kündigen die Packaktion bei uns in der Gemeinde an, dass wir wieder Geld für die „Pakete zum Leben“ sammeln wollen. Wir haben festgelegt, 400 Pakete zu packen, weil es von der Transportgröße eine günstige Menge ist. In absehbarer Zeit ist das Geld dafür dann zusammen und wir stimmen mit Christoph Lantelme in Wissenbach und hier mit Eckhard Stolz am Lager des SCM Bundes-Verlages einen Termin ab.

Der Termin wird dann zwei, drei Wochen vorher bei uns in der Gemeinde bekanntgegeben und wir legen eine Liste an. Die Leute rufen mich an, sie packen gerne mit. Inzwischen heben wir mehr Bewerbungen für die Packaktion, als wir eigentlich Leute hier beschäftigen können.

Das heißt, zu viele Helferinnen und Helfer sind auch nicht gut?

Andreas Brinkmann: Du siehst es ja, es ist schon mit 25 Leuten recht eng. Aber ich möchte natürlich auch dieses Gemeinschaftsgefühl nicht unterbinden, wenn Leute gerne dabei sind und mitpacken können. Und es ist ein tolles Gemeindeerlebnis inzwischen. Der eine oder andere kommt auch gerade, weil man eben noch diese Gemeinschaft neben den Gemeindestunden hat.

Kommen auch Leute mit dazu, die sonst nicht regelmäßig in der Gemeinde auftauchen?

Andreas Brinkmann: Ja, ich habe eine Patenfamilie aus Albanien, die sind in der Nachbarstadt in einer Gemeinde, spenden aber auch für die FeG Auslandshilfe. Die Gemeinde selbst arbeitet da leider nicht mit. Doch die Familie ist heute auch mit drei Leuten hier und hilft. Sie wissen, wie groß die Not ist, dort in Osteuropa. Es ist ihnen ein großes Anliegen, dass sie das mit unterstützen können.

Gemeinden sind gefragt

Warum sollte eine Freie evangelische Gemeinde ähnliche Aktionen starten und durchführen?

Andreas Brinkmann: Weil die Not in Osteuropa in den Empfängerländern so groß ist, dass das gar nicht ausreichen kann, was wir bis jetzt machen. Es besteht immer ein großes Loch. Eben das weiß ich aus erster Hand aus Bulgarien, dass ein Paket einfach zu wenig ist zum Überleben. Es ist dringend notwendig, aber es reicht im Prinzip nicht aus. Und von daher haben wir da immer noch großen Bedarf, dass noch mehr gemacht wird.

Du machst den Gemeinden also Mut, die Not in Osteuropa zu sehen, das entsprechend in die Hand zu nehmen und Menschen zu helfen.

Andreas Brinkmann: Ja, im letzten Jahr habe ich in Abstimmung mit Jost Stahlschmidt, dem Leiter der FeG Auslands- und Katastrophenhilfe, in einer Gemeinde im Gottesdienst Info-Karten speziell für die FeG Auslandshilfe verteilt. Vor ein paar Jahren bei unserem ersten Auslandshilfe-Gottesdienst in unserer Gemeinde habe ich Hilfe aus Hamburg bekommen von zwei Freunden, die ich auf Reisen dort kennengelernt habe, die das schon länger im norddeutschen Raum machen. Und so möchten wir das weitermachen.

Das heißt, du bist inzwischen ein Botschafter für die FeG Auslands- und Katastrophenhilfe?

Andreas Brinkmann: Ja, ja, auf ganz kleinem Niveau. Meine Frau Brigitte und ich engagieren und schon recht stark dafür. Jeder Tropfen und jeder Mensch, der da mitmacht, wird gebraucht – und jeder Euro, der dafür gespendet wird.

Super, vielen Dank dir!

Andreas Brinkmann: Nicht dafür.

Menschen sehen „Pakte zum Leben“ packen

Sehen Sie im Auftrag Gottes die Not anderer Menschen und helfen Sie mit, indem Sie „Pakete zum Leben“ packen, z. B. als Familie, Freundeskreis, Nachbarschaft, Gemeindegruppe oder als ganze Gemeinde. Weitere Infos auf der Homepage der FeG Auslands- und Katastrophenhilfe. | pzl.feg.de

Fakten Bund FeG

Der Bund freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG) wurde 1874 gegründet und besteht aus mehr als 500 selbstständigen Ortsgemeinden mit insgesamt 42 350 Mitgliedern. Er ist Teil der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Witten. Präses ist seit 2008 Ansgar Hörsting.

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