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Dezember 21, 2022 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE FeG Jugend FeG Junge Generation Newsletter Presse

„Für mich war das BUJU ein Wendepunkt im Glauben“

Interview | Was das BUJU besonders macht

Für Andi Schlüter (51), FeG-Bundessekretär Junge Generation und Referent Jugend, wird das BUJU 2023 das letzte in verantwortlicher Position sein. Jemima Meißner (18) macht in diesem Jahr ihren Bundesfreiwilligendienst bei der FeG Deutschland – und wird zum ersten Mal als Mitarbeiterin vor Ort sein. Mit Nathanael Ullmann sprachen die beiden über das Motto „Paradox Peace“ und was das Festival für Ortsgemeinden bedeutet.

Wie würdet ihr beide das BUJU in drei Worten beschreiben?

(Beide überlegen lange.)

Andi Schlüter: Ich würde sagen: relevant, anstrengend, Leben.

Jemima Meißner: Begegnung – mit Jesus und anderen Menschen –, ansteckend, Party.

Jemima, magst du „Party“ erläutern?

Jemima: Alle kommen beim BUJU zusammen, feiern das Leben und begegnen sich. Zwischendurch gibt es tiefgründige Gespräche. Alle dürfen kommen, wie sie sind.

Andi, du sagtest „anstrengend“?

Andi: Ja, das sind die drei anstrengendsten Tage im Drei-Jahres-Turnus für mich, aber auch die genialsten. Du schläfst wenig, trägst viel Verantwortung. Du bist danach platt, aber auch überglücklich. Zu sehen, wie Tausende Leute, für die du berufen bist, feiern, Fragen stellen – wir haben allein 500 Seelsorgegespräche. Das ist etwas, was mich total anhaut. Wenn die Masse am Samstag in der ersten Zentralveranstaltung dasteht, dann bin ich emotional völlig geflasht, weil ich die Leute vor mir sehe, für dich ich arbeite. Das ist ein Moment, wo ich denke: „Wenn die Leute erkennen würden, wie großartig Gott ist, dann hätte das eine super Sprengkraft:“ Ich sitze da ganz hinten im Saal, ganz im Dunkeln, und genieße das.

Erleben, dass Glauben nichts Statisches ist

Auf was freut ihr euch am meisten?

Jemima: Dass es wieder stattfinden kann. Wir haben durch Corona so viel verpasst. Es ist so wichtig für die Jugendlichen und Teens, dass sie zusammenkommen und sehen: Sie sind nicht allein. Dass sie sehen können, dass Glauben nichts Statisches ist.

Andi: Ich freue mich auf die Begegnungen. Sowohl in der großen Masse, so viele Menschen zu sehen. Als auch im Kleinen: Du läufst durch den Flur und kennst gefühlt jede zweite Person.

Andi, für dich endet eine BUJU-Ära. Bei neun BUJUS warst du dabei. Was war dein eindrücklichstes Erlebnis?

Andi: Das ist schwer zu sagen. Aber eines davon war 2013. Wir waren gerade beim Mitarbeitenden-Gottesdienst und haben mit 350 Leuten Abendmahl gefeiert. Irgendwann haben wir es nur Rauschen und Rasseln gehört. In Erfurt gab es eine Unwetterwarnung. Die Foyers wurden geflutet mit Wasser, auch die Keller, weil die Abwasserleitungen überlastet waren. Es war Katastrophenalarm, das hieß, dass auch die Feuerwehr nicht zur Messe kam, weil es größere Baustellen gab. Für mich war es eindrücklich, wie gut das Team funktionierte und wie groß die Bewahrung war. Der FeG Sanitätsdienst und das BUJU-Orgateam haben da die Messe vor einem Millionenschaden und monatelangem Ausfall gerettet, weil ohne sie der Strom zusammengebrochen wäre. Da war auch sehr viel Bewahrung bei: Das Wasser stand wenige Zentimeter unter der Hauptzufuhr zum Strom. Zu erleben, dass dieses Chaos uns mit der Messe und die Mitarbeitenden zusammengeschweißt hat, war toll. Da sind Freundschaften entstanden. Und danach konnte richtig gefeiert werden.

Zum Sommer hin gibst du deine Bundesstellen und damit die BUJU-Organisation ab. Fällt dir das schwer?

Andi: Im Moment würde ich sagen: Da ist dann halt was anderes dran. Aber ich glaube, es wird mir schon schwerfallen. Aber ich freue mich auch richtig auf die Zeit, wo ich nur noch eine Baustelle habe und nicht zwischen Gemeinde und Bundesjugendarbeit hin und her switche.

Eine Freundin kam zum Glauben

Jemima, das wird dein drittes BUJU. Womit verbindest du das Festival bisher?

Jemima: Da muss ich an das BUJU 2018 denken. DMMK [Die BUJU-Band „Die Musik meiner Kirche“, Anm. d. Red.] standen auf der Bühne und haben das Lied „Hier und jetzt“ gespielt. Das hat sich ganz tief bei mir eingebrannt. Ich stand mit 5.000Menschen in der Halle, die einfach den Text gesungen und getanzt haben. Das war krass, mit den Menschen verbunden zu sein. Zu merken: Wir glauben alle das Gleiche. Ein paar Leute waren nur dabei, weil ihre Eltern sie angemeldet haben. Aber als sie dagestanden und gesungen haben, haben sie das auch ernst gemeint. Ich habe eine Freundin, die dort zum Glauben gekommen ist.

„Paradox Peace“ ist das BUJU-Thema. Was bedeutet das?

Jemima: Ich finde, die Schwierigkeit, das in Worte zu fassen, beschreibt das ganz gut. Wir leben in einer sehr paradoxen Welt. Auf der einen Seite wird uns Jugendlichen vermittelt, dass wir alle Möglichkeiten haben, uns frei entfalten zu können. Wir können überall hinreisen, alles studieren, … Auf der anderen Seite erinnere ich mich an den Moment, wo wir in der Schule waren und plötzlich kam die Info, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Plötzlich war der Krieg ganz nah. Ich hatte das Gefühl von Zusammenbruch. Es war schwierig, sich nicht in Livetickern zu verlieren und zu versuchen, damit seinen Frieden zu finden. Es ist paradox, in allem Frieden zu suchen, um selbst nicht daran kaputtzugehen. Das ist paradoxer Frieden. Wo man anders nicht kann, als auf einen anderen zu vertrauen als sich selbst.

Andi: Paradox Peace ist der Inbegriff des Wirken Gottes in der Welt. Das fängt mit Heiligabend an. Da ist der Herrscher der Welt, der alles in seinen Händen hat, der sich auf Augenhöhe und weit unter Augenhöhe begibt. Das ist außerhalb unserer logischen Denkweise. Als Herrscher brauchst du Kohle oder Beziehungen. Aber Jesus hat das komplett anders gemacht. Das ist paradox von Anfang an. Es ist relevant und wesentlich zu sehen: Da ist jemand, der in superschwierigen Zeiten Frieden bringen kann. Ein Friede, der höher ist als alle Vernunft. Das ist die Beschreibung des Paradoxen.

Das BUJU wirbt in sattem Pink. Das ist schon eine krasse Farbe, oder?

Jemima: Ich musst mich auch erst daran gewöhnen, aber es sticht einfach ins Auge. Ich bin neulich in einer Gemeinde gewesen, da hing unser Plakat an der Wand. Da hingen auch alle anderen Flyer aus, aber alle haben auf das BUJU-Plakat geschaut.

BUJU dient Ortsgemeinden

In welcher Verbindung stehen eigentlich die Ortsgemeinden zum BUJU?

Andi: Wir verstehen uns als BUJU als Teil der Ortsgemeinde. Wir binden unsere Arbeit an die Arbeit vor Ort. Wir werden beispielsweise den Jugendlichen auch bei diesem BUJU anbieten, sich taufen zu lassen – aber dann in den Gemeinden. Ein Stück weit sind wir auch Dienstleister der Ortsgemeinden. Jugendliche brauchen Events, die Gemeinden vor Ort allein durch ihre Größe nicht selbst organisieren können. Die Vorstellung rückt näher an die Jugendlichen, Teil des Ganzen zu sein: sowohl Teil der Ortsgemeinde als auch die Ortsgemeinde als Teil des Bundes.

Jemima: Das zeigte sich 2018 schon bei der Hinfahrt zum BUJU. Wir sind in einem großen Bus mit mehreren Gemeinden gefahren. Und plötzlich wussten wir: Da gibt es auch Jugendgruppen in anderen Gemeinden.

Wie können Gemeinden euch unterstützen?

Andi: Indem sie sich auf das Event vorbereiten, schauen, wie sie die Jugendlichen finanziell unterstützen können und wie sie Mitarbeitende motivieren, dabei zu sein.

Für was sollen die Gemeinden beten?

Andi: Spontan würde ich sagen: Sie sollen beten, dass genug Jugendliche sich anmelden. Damit wir ihnen das gemeinsame Erleben schenken können, dass viele da sind. Das zweite ist: Im Moment setzen sich die Verkündigerinnen und Verkünder zusammen und überlegen, wie die Zentralveranstaltungen aussehen können. Ich wünsche mir Gebet für die Beteiligten.

Notfallpläne sind vorbereitet

Macht Corona euch Angst?

Andi: Angst ist da ein falscher Begriff. Aber wir leben ja grundsätzlich seit zwei Jahren in der „Mal schauen, ob es funktioniert“-Mentalität. Es gibt Notfallpläne, die auch funktionieren werden. Wir sind mit den Behörden in Kontakt. Aber davon ab planst du einfach, sonst bist du ausgebremst.

Was bedeutet das Event für Erfurt als Stadt?

Andi: Wir sind ja vor allem in der Messe, da ist die Stadt Erfurt nicht so stark betroffen. Aber Sonntag Nachmittag haben wir eine Stadtaktion geplant. Da werden Parks aufgeräumt und Spielplätze umgestaltet. Ein paar Teams ziehen auch betend durch die Stadt und besuchen Altenheime. Da arbeiten wir mit dem Ehrenamtsbeauftragten der Stadt zusammen. Der freut sich: Wenn 700 Jugendliche mithelfen, profitiert auch die Stadt davon.

Habt ihr diese Aktionen schon früher gemacht?

Andi: Das machen wir eigentlich seit 2010, seit wir in Erfurt sind. Immer in leicht veränderter Form. Gefühlt haben sie in diesem Jahr schon auf unseren Anruf gewartet.

Zuletzt in aller Kürze: Warum sollten Eltern ihre Jungs und Mädels zu euch schicken?

Jemima: Weil so Begegnungen auf ganz andere Art stattfinden, Jugendliche Jesus ganz anders begegnen. Für mich war das ein Wendepunkt. Ab da war es kein Glaube mehr, den ich nachgelebt habe, sondern ich habe selbst angefangen zu glauben. Ab da fühlte es sich an, als sei es mein eigener Glaube.

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  • Pressemeldung | DOCX | PDF
  • Hochauflösende Bilder der BUJU-Gesamtleitung | Foto: FeG Deutschland | NU | Bildunterschrift: Die BUJU-Gesamtleitung (vlnr): Manuel Huser (Sekretariat FeG Jugend), Jemima Meißner (BFDlerin Bund FeG), Andi Schlüter (FeG-Bundessekretär Junge Generation, Referent Jugend), Johannes Krupinski (Referent Teenager FeG Jugend), Andy Bode (Referent FeG Jugend). | ZIP-Datei
  • Hochauflösendes Archivbild BUJU 2018 (Foto: Felix Höfer) | JPG

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