31. Januar 2021 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE Presse

Dr. Fritz Laubach zum 95. Geburtstag

Ein weiser Weggefährte

Fritz Laubach zum 95. Geburtstag am 31. Januar

Im Jahre 1974 war es Fritz Laubach, der mich in die Geschäftsführung von ELIM (Diakonie, Krankenhaus, Gemeinde) nach Hamburg lotste. Da begann unser Miteinander. Gemeinsam haben wir, ergänzt durch Ulrich Betz als Gemeindeleiter, versucht, das ELIM-Schiff durch oftmals wilde Gewässer zu führen. Manches musste umstrukturiert und verändert werden und es wurde viel gebaut. Wir waren ein gutes Team, das einfach vertrauensvoll zusammenarbeitete, wobei Fritz Laubach nie seine Vorgesetztenposition herausstellte. Er war Bruder unter Brüdern, und leitete mit Umsicht und einem klaren biblisch-theologischem Profil das „Hamburger Werk“. Und er hatte ein weites und fürsorgliches Herz für seine ELIM- Diakonissen!

Mir wurde er zum Seelsorger und schließlich zu einem persönlichen Freund. Diese Freundschaft erstreckte sich dann auch auf unsere Ehefrauen. So wurden meine Frau Bärbel und ich zur Feier des vierzigsten Hochzeitstags von Fritz und Renate eingeladen und ich durfte den beiden ein persönliches Wort als Weggefährte und Freund sagen. Ihre Einladung hatten sie unter das Wort aus Jesaja 28,29 gestellt: „Des Herrn Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.“ Ich zitierte damals Friedrich Schorlemmer: „Wir brauchen wieder eine Idee vom Menschen, vielleicht nur den Glauben daran, dass wir eine Lieblingsidee Gottes sind, eine Liebesidee.“ Als eine solche Lieblingsidee Gottes sehen wir Fritz und Renate Laubach und gratulieren Fritz Laubach herzlich zum 95. Geburtstag.

OTTO BUCHHOLZ | langjähriger Geschäftsführer des Krankenhauses und der Stiftung ELIM – heute Stiftung FeGN | fegn.de

Dieses Grußwort ist erschienen in der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE 02/2021 | Kostenloses Probeabo >>

Infos zu Dr. Fritz Laubach

idea-Pressedienst

Fritz Laubach hat die evangelikale Bewegung geprägt

Der frühere Allianzvorsitzende feierte seinen 95. Geburtstag

Solingen (IDEA) – Wegbegleiter von Pastor Fritz Laubach (Solingen) haben seine Bedeutung für die Deutsche Evangelische Allianz und für den Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) gewürdigt. Sie äußerten sich gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA. Anlass ist der 95. Geburtstag Laubachs am 31. Januar. Er hat die evangelikale Bewegung ab den 1970er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre stark geprägt. Von 1984 bis 1991 stand er an der Spitze der Deutschen Evangelischen Allianz. Bei der Vereinigung der Allianzen in Ost und West rückte der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) ins zweite Glied und wurde Stellvertreter des ersten gesamtdeutschen Allianzvorsitzenden, Jürgen Stabe (1938–2015). Laubach hatte großen Anteil daran, dass die Bezeichnung „evangelikal“ (evangeliumsgemäß) aus dem angloamerikanischen Sprachraum in der deutschsprachigen Welt heimisch wurde. Mit seinem 1972 erschienenen Buch „Aufbruch der Evangelikalen“ setzte sich der Begriff durch.

Altpräses Strauch: Laubach hat mich entscheidend geprägt

Der Altpräses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) und frühere Allianzvorsitzende Peter Strauch (Witten/2000–2006) sagte, dass Laubach ihn entscheidend geprägt habe. Einer der Kernsätze von Laubach, die er nie vergessen werde, laute: „Theologie ist glaubendes Erkennen, denkendes Verarbeiten und verantwortliches Aussagen der göttlichen Offenbarung.“ Die Stiftung Elim (heute Stiftung FeG in Norddeutschland), die Laubach ab 1968 leitete, sei mit ihrem Zusammenspiel von Gemeinde und Diakonie ein hervorragendes Beispiel für solch einen gelebten Glauben. Laubach habe von Anfang an über den Bund FeG hinausgeblickt und neben der Allianz auch ehrenamtlich im Programmausschuss des Evangeliumsrundfunks (heute ERF Medien) mitgearbeitet. Ferner habe er immer auch junge Menschen ermutigt und gefördert. Er danke Laubach und seiner Ehefrau Renate, „ohne die dieser Weg wohl nicht möglich gewesen wäre“ und „unserem Vater im Himmel, der uns solch kostbaren Geschenke macht“.

Ekkehart Vetter: Perspektive reichte weiter als der Horizont der lokalen Gemeinde

Der amtierende Allianzvorsitzende, Pastor Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), würdigte die Perspektive Laubachs, „die weiter reichte als der Horizont der lokalen Gemeinde“. Ihm sei bis heute die Gemeinde Jesu als Ganzes wichtig. Sein Buch „Aufbruch der Evangelikalen“ offenbare seinen Blick „für die gesamte pietistisch Szene in Deutschland und darüber hinaus“. Vetter: „Ihm liegt bis heute am Herzen, dass Menschen Jesus finden.“

Hartmut Steeb: Laubach ging es nie um Macht

Der frühere Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) hob hervor, dass Laubach 1991 nach der Wiedervereinigung dem jüngeren Stabe – dem Allianzvorsitzenden in der DDR – den gesamtdeutschen Vorsitz angeboten hatte: „Das war auch ein Zeichen, dass es ihm nie um Macht ging, er aber das Große und Ganze im Blick hatte. Er hat durch seine Art wesentlich zum Gelingen der Deutschen Einheit in der Evangelischen Allianz beigetragen.“ Ferner habe sich Laubach in allen Fragen des menschlichen Lebensschutzes klar positioniert. Laubach habe in Fragen von Gen-Ethik bereits Positionen bezogen, „als die meisten Menschen noch nicht wussten, von was wir reden“. Steeb war ab 1988 Generalsekretär in der westdeutschen und von April 1991 bis 2019 der gesamtdeutschen Allianz.

Mission darf nicht nur christliche Sozialarbeit sein

Der in Lüchow (Wendland) geborene Laubach entschloss sich in der Kriegsgefangenschaft, Theologie zu studieren. Danach war er der erste Reisesekretär der Studentenmission in Deutschland (SMD). Nach der Promotion über ein missionswissenschaftliches Thema wurde er Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Siegen-Geisweid. Von 1959 bis 1966 war er Dozent am Theologischen Seminar Ewersbach (heute Theologische Hochschule Ewersbach). Danach amtierte Laubach bis 1991 als Leiter der Diakonie-Stiftung Elim in Hamburg. Daneben hatte er Ehrenämter in der evangelikalen Bewegung inne. So war er von 1986 bis Ende 1999 Vorsitzender der Organisationen „Hilfe für Brüder“ und „Christliche Fachkräfte International“ (beide Stuttgart). Bei der Konferenz für Weltmission 2005 in Stuttgart mahnte Laubach: „Wer Mission nur als christliche Sozialarbeit und Entwicklungshilfe versteht, begeht Verrat am Evangelium.“ Die Sorge um die geistliche Not habe Vorrang vor der Lösung irdischer Probleme. Auch im Ruhestand betätigte sich der Theologe als Autor. Im Jahr 2000 erschien sein Buch „Herr, heile mich!“ (Hänssler Verlag). Darin zeigt er die Grenzen eines Machbarkeitsdenkens auf. Grundsätzlich sei Heil wichtiger als Heilung. 2006 veröffentlichte er sein Buch „Christen in der Endzeit“ (Hänssler Verlag). Darin schreibt er, dass Mission die vordringliche Aufgabe der Gemeinde sei, bis Jesus Christus wiederkomme.

Quelle: idea-Pressedienst | 01.02.2021

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