22. März 2020 | Aktuell FeG Diakonie Presse

FeG Diakonie | Personal der Zukunft

Personal der Zukunft

Stärker die Interessen der jungen Generation berücksichtigen

FeG Diakonie | Bericht über die Jahrestagung am 3. und 4. März 2020 in Essen

Essen (goh) | Diakonische Einrichtungen müssen sich noch stärker auf die Interessen junger Mitarbeiter einstellen als bisher. Das ist das Ergebnis der Jahrestagung des Verbands Freikirchlicher Diakoniewerke e.V. (VfD) am 3. und 4. März 2020 im LIGHTHOUSE Essen. Künftig dürfe die digitale Sozialisation der jungen Generation nicht ausgeblendet werden, forderte die Berliner Trainerin für Chance und Führung, Friederike Fitzel. Konkret bedeute dies, beispielsweise digitale Anleitungen für Arbeitsläufe zu erstellen oder noch flexiblere Arbeitszeitmodelle anzubieten.

„Junge Menschen, die sich ständig in einer Onlinewelt bewegen, wollen keine Offlinewelt an ihrem Arbeitsplatz“, erklärte Fitzel weiter. Zudem würden sie verstärkt auf eine striktere Trennung von Arbeit und Freizeit achten. „An dieser Entwicklung führt kein Weg vorbei“, so Fitzel in ihrem Hauptvortrag per Videoleitung. In wenigen Jahren könnten sich junge Menschen sämtliche Arbeitsstellen aussuchen. Deshalb müssten auch soziale und diakonische Einrichtungen neue Wege in der Mitarbeitergewinnung gehen oder Kooperationen mit Ausbildungsstätten suchen.

„Chance-Prozesse benötigen Zeit.“ Laut Rüdiger Jezewski, dem Leiter des Demenz-Zentrums der Diakonie Bethanien in Solingen wollten betroffene Mitarbeiter nicht übersehen, sondern mit ihren Wünschen, Ideen oder Impulsen wahrgenommen werden. Führungskräfte sollten „helfen, dass Mitarbeitende gut im Veränderungsprozess durchkommen“ und empfahl ihnen, „eine gemeinsame Haltung im Unternehmen zu entwickeln.“

David Heuckeroth, Referent für Freikirchen im Bundesverband Diakonie, verdeutlichte noch einmal die Vorteile von Freiwilligendiensten. Junge Menschen könnten sich in den Einsatzstellen ausprobieren und erhielten „einen realistischen Einblick in die Arbeitswelt“. Studien zeigten, dass auch die Einsatzstellen von Freiwilligendiensten profitierten, sowohl „kurzfristig, aber auch auf lange Sicht“, wenn sich junge Menschen auf Grund Ihrer Erfahrungen etwa für einen sozialen Beruf entscheiden würden.

Der Vorsitzende des VfD, Pastor Frank Eibisch (Leipzig), griff in seiner Andacht das Tagungsthema auf: „Wer aufbricht zu neuen Ufern, verlässt mitunter die Gewissheit seines vertrauten Elends“, zitierte Eibisch in Anlehnung an die diesjährige Fastenaktion „Zuversicht! – 7 Wochen ohne Pessimismus“. Er sprach sich zugleich für einen Zukunftsprozess aus, um „noch passgenauere Angebote für die Mitgliedsorganisationen anbieten zu können“.

Der Verband freikirchlicher Diakoniewerke e.V. wurde vor 45 Jahren gegründet. Ihm gehören bundesweit 46 Mitgliedsorganisationen an, die etwa 130 diakonische Einrichtungen mit rund 20.750 Mitarbeiter betreiben.

Holger Gohla | Schriftführer | Karlsruhe

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