Vision trifft einen Nerv
Einige Gemeinden im Bund FeG versuchen, die FeG-Vision umzusetzen und benutzen sie als Anregung für konkrete Aktionen im Gemeindealltag. Wie sehr fühlt sich Gemeinde wie ein Fest an? Wir haben bei der FeG Hanau, FeG Ludwigsburg und FeG Oldenburg nachgefragt.
FeG Oldenburg | Gemeinde, die sich anfühlt wie ein Fest!
Würde ich sonntags fragen, was die Vision unseres Bundes ist, wären irritierte Blicke das Resultat. Die Gegenfrage, was denn die Vision unserer Gemeinde ist, wäre denkbar. Vision, so erinnere ich mich aus Willow Kongressen, ist ein wirksames Führungsinstrument, wenn sie immer wieder thematisiert wird und dadurch allen bekannt ist. Legen wir diesen Maßstab an, fallen wir als FeG Oldenburg durch. Doch wie sich Gemeinde anfühlt, ist uns alles andere als gleichgültig. Wir möchten offen für die Menschen sein, die Gott in unser (Gemeinde-)Leben stellt. Wir möchten zugewandt bleiben, weil Gott jeden Menschen liebt. Wir sehnen uns nach tiefen Beziehungen untereinander, die tragen und Halt geben.
Einander und Gott nahekommen
Gemeinde, die sich anfühlt wie ein Fest. Was darf da auf keinem Fall fehlen? Gutes Essen! Nahrung zu sich zu nehmen, ist nicht nur eine Notwendigkeit. Jede Mahlzeit, die wir einnehmen, bietet die Gelegenheit zu einem kleinen Fest mitten im Alltag. Ein Bildausschnitt der ersten christlichen Gemeinschaften drängt sich da gerade zu in den Vordergrund: Gemeinsam beteten sie täglich im Tempel zu Gott, trafen sich zur Mahlfeier in den Häusern und nahmen gemeinsam die Mahlzeiten ein, bei denen es fröhlich zuging und großzügig geteilt wurde. (Apostelgeschichte 2,46 | NLB)
Ein Zugang zur FeG-Bundesvision sind für uns diese Essenszeiten. Keine zusätzlichen Programme, sondern das, was wir sowieso brauchen, gemeinsam tun. So laden wir an jedem dritten Sonntag nach dem Gottesdienst zum Schnippeln, Kochen und Essen ein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen zum ersten Mal im Gottesdienst sind und sich direkt einladen lassen. Zu Beginn jedes Quartals treffen wir uns zum Abendessen, bei dem jede und jeder etwas mitbringt. Und auf einmal sitzen Menschen nebeneinander und tauschen sich über ihren Tag aus, die noch nie vorher ein Wort miteinander gewechselt haben. Im weiteren Verlauf feiern wir aus dieser Stimmung heraus das Abendmahl. Wir singen und beten, fragen Gott, was ihm für uns als Gemeinde auf dem Herzen liegt. Diese Abende, die so profan mit einem schlichten Essen beginnen, entwickeln eine Atmosphäre, in der wir einander und Gott nahen.
Mehr als Waffeln
Jeden Mittwoch steht unser Café Vielfalt dem Stadtteil offen. Menschen kommen, genießen gratis Waffeln und Kaffee, begegnen einander und lernen sich kennen. Eine Frau aus dem Café sagte kürzlich zu mir: „Ich bin wegen der Waffeln gekommen und habe viel mehr gefunden.“ In solchen Momenten geht mir das Herz auf und ich denke, es ist gut, wenn Gemeinden sich wie ein Fest anfühlen.
Wenn Menschen spüren: „Gott lädt ein – da kann wirklich jeder kommen.“ Diese Aussage, gehört in einer Andacht von Volker Dickel, inspirierte unsere Ostertage. Beginnend mit einer Abendmahlsfeier an Karfreitag zur Passionsgeschichte mit selbstgebackenem Brot, Gemüse und Dips. Fortgeführt mit einem Osterbrunch am Samstagmorgen und einer Andacht über eine Brotdose, die 5.000 satt macht – bei diesem Format sahen wir einige neue Gesichter aus der Nachbarschaft – bis hin zum Ostergottesdienst mit einer Festtafel in der Mitte, als Dreh- und Angelpunkt der Predigt. Das Völkermahl (Jesaja 25,6), zu dem alle kommen und feiern, meine Entscheidung eine Einladung zum Fest anzunehmen oder abzulehnen (Lukas 14,15–24) und schließlich die Szene, in der ein Superheld kleine Brötchen backt (Johannes 21,1–14).
Für mich am bewegendsten an dieser Geschichte ist, dass dieser Jesus, der am Kreuz die Schuld der Welt auf sich lädt, der drei Tage später den Tod besiegt und aufersteht, nichts Besseres zu tun hat, als für eine Gruppe von erfolglosen Fischern Frühstück zu machen. Auch wenn ich nicht dabei war, fühle ich mich mit hineingenommen in diese Szene. Spüre die Einladung von Jesus, der nahbar bleibt, an meinen täglichen Bedürfnissen Anteil nimmt. So Großes hat er vollbracht und doch sind ihm die Details meines Lebens nicht zu klein. Der Gott, der Mensch wird, bereitet Brot und Fisch zu und lädt ein. Was für ein Fest!
Was für ein Ort sind wir?
Wer ist nicht gerne eingeladen zu einem Fest? Was sagen Menschen, die in unsere Gemeinde(n) kommen und bleiben? Was hält sie? Oder anders gefragt: welche Menschen kann Gott guten Gewissens auf unsere Gemeinde aufmerksam machen?
Wenn wir neue Mitglieder im Rahmen des Gottesdienstes aufnehmen, stellen wir ihnen die Frage, warum sie ein verbindlicher Teil unserer Gemeinde werden wollen. In den letzten Statements klang durch: Ich bin in diese Gemeinde gekommen und durfte einfach sein. Ich konnte heil werden und negative Erfahrungen verarbeiten. Wer darf bei unserem Fest mit am Tisch sitzen? Welche Erwartungen kommunizieren wir verbal oder nonverbal? Können da wirklich alle kommen?
Martin Dammann | Pastor FeG Oldenburg | sonntags-um-elf.de
Presseschau
- Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE „Mehr als ein Fest“ 06/2025 | christsein-heute.de >>
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