Vision trifft einen Nerv
Einige Gemeinden im Bund FeG versuchen, die FeG-Vision umzusetzen und benutzen sie als Anregung für konkrete Aktionen im Gemeindealltag. Wie sehr fühlt sich Gemeinde wie ein Fest an? Wir haben bei der FeG Hanau, FeG Ludwigsburg und FeG Oldenburg nachgefragt.
FeG Hanau: Feiern verbindet
Vor einem Jahr wurde die FeG-Vision „Gemeinden, die sich anfühlen wie ein Fest“ eingeführt. Seitdem
haben wir in unserer Gemeinde immer wieder versucht, sie in unser Gemeindeleben zu verankern und zu reflektieren, wo sie bereits sichtbar wird. Doch was hat sich tatsächlich verändert? Spüren wir mehr Fest-Atmosphäre in unserer Gemeinde?
Feiern, die verbinden
Seit der Einführung der Vision wurden bei uns einige Iranerinnen und Iraner getauft. Diese Taufen waren jedes Mal ein echtes Highlight. Wir feiern diese Momente, weil sie echte Lebensveränderungen zeigen. Unsere vielen internationalen Gäste bereichern uns und wir erleben: Feiern verbindet! Ende März haben wir zum Beispiel gemeinsam das Nouruz-Fest gefeiert [das iranische Neujahrs-Fest, Anm. d. Red.] – ein wunderbares Erlebnis, das kulturelle Vielfalt und christliche Gemeinschaft zusammengebracht hat.
Die Vision war für uns auch ein Anlass, immer wieder gezielt festliche Momente zu schaffen. So haben wir z. B. ein großes Mitarbeitenden-Dankesfest veranstaltet, um Wertschätzung und Gemeinschaft zu feiern. Außerdem essen wir ca. einmal im Monat zusammen. Solche Momente helfen uns, die Vision konkret werden zu lassen und erlebbar zu machen und man kann dazu gut einladen.
Räume der Begegnung schaffen
Wir gestalten derzeit unserer Gemeinderäume neu. Schon in der Planungsphase haben wir immer wieder betont, wie die geplanten Veränderungen zur FeG-Vision passen. Unser Ziel ist es, mehr Raum für Gemeinschaft rund um unsere Gottesdienste zu schaffen. Denn wenn der Gottesdienst das wöchentliche Fest ist, gehört die Gemeinschaft unbedingt dazu. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich Menschen gerne aufhalten, ins Gespräch kommen und sich willkommen fühlen.
Festliche Trauer?
Auch in traurigen Momenten haben wir erlebt, dass die Vision greift. Zum Jahreswechsel mussten wir Abschied von einer lieben Frau nehmen. Es war eine Beerdigung, die den Rahmen sprengte – Friedhofskapelle und Café waren viel zu klein. Doch trotz der Trauer war es in gewisser Weise ein Fest: ein gemeinsamer Abschied, Trost in der Gemeinschaft und Hoffnung, die uns verbindet. Und auch bei kleineren Trauerfeiern erleben wir, dass Menschen nicht allein sind, sondern begleitet werden. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen einsam sind, ist das ein Geschenk.
Feiern bedeutet für uns nicht, den Ernst des Lebens zu ignorieren, sondern ihn in Gemeinschaft zu tragen – sei es in Freude oder Trauer. Feiern ist Ausdruck von Dankbarkeit, Verbindung und Hoffnung.
Herausforderungen der Vision
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Neben vereinzelten Aussagen wie „Wir sind doch nicht zum Feiern hier, Glauben ist eine ernste Sache.“ erleben wir diesbezüglich vor allem, dass Menschen einfach nicht mehr in die Gemeinde kommen. Andere sind zwar da, aber sie bringen sich nicht ein: Sie teilen nicht, wie es ihnen wirklich geht, meiden die Gemeinschaft, übernehmen keine Aufgaben; sie bleiben Zuschauer. Beides führt dazu, dass es schwerer fällt, sich als Teil der Gemeinschaft zu erleben – und dann fühlt sich Gemeinde eben nicht wie ein Fest an.
Hier trifft die Vision einen Nerv. Sie fordert heraus, weil sie nicht nur eine Atmosphäre beschreibt, sondern eine Haltung: Wer Gemeinde als Fest erleben will, muss sich persönlich (und immer wieder neu) darauf einlassen und aktiv teilnehmen. Ganz klassisch FeG-Style eben.
Fazit
Ein Jahr nach der Einführung erleben wir: Die Vision ist kein Fremdkörper, sondern ein Impuls, der inspiriert und herausfordert. Sie erinnert uns daran, was Gemeinde sein kann – ein Ort der Begegnung, des (Glauben-)Teilens, des Feierns. Es lohnt sich, diesen Weg weiterzugehen.
Daniel M. Jander | Pastor der FeG Hanau | hanau.feg.de
Presseschau
- Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE „Mehr als ein Fest“ 06/2025 | christsein-heute.de >>
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