25. Juni 2021 | Aktuell CHRISTSEIN HEUTE Corona FeG-Präses Gemeindeleben Gemeinden Presse

Perspektiven | Experimentierfreudig sein | Gute Entscheidungen treffen

Experimentierfreudig sein

Gute Entscheidungen treffen in einer veränderten Welt

Präses Ansgar Hörsting macht in seinem knapp 15-minütigem Video den FeG-Gemeindeleitungen und leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Mut, nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie als Gemeinde wieder neu durchzustarten.

  • Dabei hilft es, das WARUM, WIE und WAS in der richtigen Reihenfolge zu klären, um als Gemeinde motiviert und experimentierfreudig in die Zukunft zu blicken. Und vor Ort bewegt von Gottes Liebe lebendige Gemeinden zu bauen.
  • Fragen zum Weiterdenken und Gespräch runden das Video ab und bringen die Aussagen in die persönliche und die Gemeindepraxis.

Video anschauen und Downloads

  • Video „EXPERIMENTIERFREUDIG“ in verschiedenen Qualitäten herunterladen oder einbetten | Vimeo.com >>
  • PowerPoint zum Video mit Fragen | PPTX | PDF
  • Nur die Fragen zum Weiterdenken | PPTX | PDF

Experimentierfreudig

In seinen PERSPEKTIVEN greift Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, einen Aspekt aus dem Leben oder ein Thema aus der öffentlichen Diskussion auf.

Die „Choluteca-Brücke“ in Honduras, Mittelamerika, wurde in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut. Wie alle Brücken hatte sie eine Bestimmung. Sie verband ein Ufer mit dem anderen, damit Menschen und Güter schnell von hier nach dort kommen konnten. Nach einem verheerenden Wirbelsturm war nicht etwa die Brücke zerstört – sie stand wie eh und je am gleichen Platz –, aber der Fluss hatte seinen Lauf verändert. Die Brücke hatte, obwohl sie am gleichen Ort stand, ihren Sinn verloren, sie konnte ihren Zweck nicht mehr erfüllen.
Dieses Bild und das Ereignis dienen seitdem vielen Menschen als wachrüttelnde Anregungen: Es kann sein, dass wir Institutionen oder Gewohnheiten entwickelt haben, die früher einmal sinnvoll waren, heute aber „fremd in der Landschaft“ stehen wie die „Choluteca-Brücke“. Und zwar deswegen, weil sich die Welt verändert hat.

WIRBELSTURM CORONA

Die Corona-Pandemie ist wie ein Wirbelsturm, der vieles verändert hat: Kinder wurden eingeschult und haben noch nie ihre Klasse persönlich kennengelernt. Jugendliche haben sich verliebt, aber niemanden getroffen. Gemeinden hatten ihre gottesdienstlichen Gewohnheiten zum Zentrum des Gemeindelebens gemacht und waren dieser Grundlage entzogen. Alte Menschen starben alleine, ohne eine tröstende und haltende Hand. Wie ein Tropensturm Verwüstung und Verwirrung hinterlässt, so auch die Corona-Zeit. Das lass ich mir nicht schönreden.
Und nun? Manches wird an alter Stelle wiederaufgebaut, doch anderes muss neu konzipiert werden. Der Fluss in Honduras musste spontan mit Hilfsbrücken oder einer Fähre überbrückt werden, denn der Bau einer festen Brücke dauert zu lange. Eine andere Stelle, die geeigneter erscheint, muss nun dafür ausgewählt werden.

BERUFUNG NEU KLÄREN

So fühlen wir uns in unserem Leben und auch in den Gemeinden. Deswegen ist jetzt entscheidend, zu wissen, WARUM wir etwas tun oder nicht tun. Wir müssen wissen: Was ist die Bestimmung, der Zweck, der Sinn, die Vision, das Herz, der Kern von dem, was wir gestalten wollen. Diese Kernfragen müssen beantwortet werden, wenn wir Gemeinde „wiederaufbauen“, wenn wir Gottesdienste feiern, wenn wir unser Gemeindeleben neu ansehen, wenn wir Gruppenstunden oder Hauskreise anbieten. Wir brauchen eine uns und andere motivierende Klarheit darüber, warum es uns und warum es das gibt, was wir meinen tun zu müssen. Nur mit einer befriedigenden Antwort werden wir langfristig mit Begeisterung dabei sein.
Danach ist es gut, sich über unsere Haltung klar zu werden: Mit welchen Augen sehe ich Menschen, sehe ich Gott, sehe ich die Herausforderung? Sind Menschen lästig oder habe ich Interesse an ihnen. Ist Gott klein oder groß? Heilig oder belanglos? Und ist die Herausforderung der Ort, meine Berufung zu leben oder der Ort, den ich schnell verlassen will?
Und schließlich kann ich fragen: Was ist ganz praktisch jetzt zu tun? Und der Trick ist: Wenn meine Berufung und Vision klar sind, kann ich auch einfach mal munter drauf los probieren.
Wie ich anhand der „Choluteca-Brücke“ veranschaulichte: Wenn ich weiß, dass ich vom einen auf das andere Ufer will und wenn das nach wie vor nötig ist, kann ich eine provisorische Ponton- oder Holzbrücke bauen. Oder ich setze eine Fähre ein. Bewährt sich der Ort, kann auch später noch solider gebaut werden. Ich kann dabei auch beobachten, ob der Flusslauf bleibt, wie er jetzt ist. Ich darf ausprobieren und pragmatische Lösungen suchen.

NEUE WEGE VERSUCHEN

So auch in der Gemeindearbeit. Jetzt, in der neuen, sich abzeichnenden „Post-Corona-Zeit“ – oder einer, in der Corona bzw. andere Viren mehr oder weniger bleiben; wir wissen vieles ja noch nicht –, da können wir mutig versuchen, neue Wege zu gehen, Gemeinde zu bauen. Das heißt: keine Angst vor Fehlern haben. Damit rechnen, dass es genug Leute gibt, die nachher immer alles besser wissen, selbst aber nichts tun. Experimentieren wir und machen wir Fehler: Dazu will ich Mut machen.
Wenn wir wissen, wozu Gott uns berufen hat und wenn wir von einer Vision erfüllt sind, sind neue Wege reines Abenteuer. Gottes Geist hat immer erneuert. Er bringt neue Sprachen,
Gemeinden, Wege und Menschen hervor. Er ist auch jetzt dabei, Neues zu schaffen. Ich bin sehr gespannt darauf.

ANSGAR HÖRSTING | Präses Bund FeG | praeses.feg.de

Dieser Artikel ist erschienen in der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE 07/2021 >>

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