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Mai 31, 2023 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE FeG-Präses Gemeindeleben Gemeinden Presse vef.de

FeG-Präses | Darf ich alles sagen?

In seinen PERSPEKTIVEN greift Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, einen Aspekt aus dem Leben oder ein Thema aus der öffentlichen Diskussion auf.

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen …“ Immer wieder einmal kommt es vor, dass jemand in einer Diskussion das sagt – oder dass man es selbst denkt. Oft hatte ich bisher den Eindruck, dass diese Leute eigentlich wollen, dass ihnen nicht widersprochen wird. Sie können mit Kritik und Gegenrede schlecht umgehen. Manchmal kommt es auch vor, dass sie Dinge sagen, die andere beleidigen. Dann ist es kein Wunder, wenn der Gegenwind kalt daherkommt. Ich hatte das neulich in einer Predigt angesprochen: „Du darfst alles sagen, du darfst dich nur nicht wundern, wenn man dir widerspricht“.

Öffentlicher Druck und Meinungsfreiheit

Juristisch sind viele Äußerungen von der Meinungsfreiheit abgedeckt. Aber es gibt Einschränkungen: Zum Beispiel, wenn Menschen verunglimpft oder beleidigt werden, oder wenn nachweislich Unwahrheiten gesagt werden – dann können einstweilige Verfügungen verhängt werden. Die Leugnung des Holocaust wird in Deutschland nicht unter „Meinungsfreiheit“ geführt, sie ist verboten. Wenn man sich aber an diese Standards hält, darf man alles sagen. Juristisch.

Es gibt aber eine andere Ebene, die sehr mächtig geworden ist. Es ist die Ebene der sozialen Ächtung und des Drucks, der aufgebaut werden kann, wenn sich eine große Gruppe von Menschen einig ist, dass eine Meinungsäußerung oder auch nur die Darstellung eines Sachverhalts bekämpft werden muss. Durch die Kraft der sozialen Medien kann ein Druck entstehen, vor dem Menschen zurückschrecken und Konsequenzen ziehen. Sie werden an den Rand gedrängt und das kann sehr hart sein. Und es kann den Eindruck vermitteln: Ich kann hier nicht mehr alles sagen. Ich hatte gesagt: „Du darfst alles sagen. Du darfst dich nur nicht wundern, wenn man dir widerspricht.“ Ich würde das heute so nicht mehr sagen.

In der New York Times wurde ein rein sachlicher Artikel zur Transgenderthematik von vielen Journalistinnen und Journalisten so aufgefasst und dargestellt, als sei er dazu geeignet, ihnen einen „sicheren Raum“ zu entziehen.1 Die Redaktionsleitung wurde unter Druck gesetzt, gegen die Verfasser des Artikels vorzugehen. Solche Vorgänge gab es schon vorher und es kam tatsächlich zu Kündigungen. In diesem Fall stellte sich die Redaktionsleitung vor die Kollegen und verteidigte ihren sachlichen Artikel. Diese Auseinandersetzung zeigt, dass der Druck sehr hoch sein kann, und sie offenbart eine kulturprägende Weichenstellung.

Druck erzeugt Schweigen

Viele Menschen warnen inzwischen davor, dass wir zunehmend in einem Klima leben, in dem nur noch derjenige etwas zu einem Thema sagen darf, der selbst betroffen ist. Zu Rassismus also nur die, die Rassismus erleben. Zu Transgender nur die, die diese Fragestellung in sich tragen. Und so weiter. Dieser Druck führt dazu, dass immer Menschen sagen: „Ich darf dazu nichts mehr sagen, weil ich nicht betroffen bin.“ Ich höre immer lauter die Warnungen (von völlig unverdächtigen Menschen), diese Atmosphäre sei ein Maulkorb für Journalisten, Andersdenkende, Künstlerinnen und Randgruppen.

Ich schreibe das hier, weil ich ein zunehmendes Problem sehe, dass Menschen tatsächlich einen größer werdenden Druck erleben. Nicht juristisch, aber sozial. „Dazu darfst du nichts sagen“ oder „Das darfst du nicht sagen“. Diesen Druck müssen wir wach wahrnehmen. Auch in unseren Gemeinden. Gestatten wir uns dort einen Raum, in dem man offen reden kann? Oder kommt es zur sozialen Ächtung?

Sicherlich muss man Manchem auch sagen: „Bitte rechne nicht damit, dass man dir nicht widerspricht.“ Und man darf eben auch nicht jeden Widerspruch zur sozialen Ächtung hochstilisieren. Und Manchen muss man auch an guten Stil erinnern und Beleidigungen dürfen nicht hinter „Meinungsfreiheit“ versteckt werden.

Diskussionsräume pflegen

Wohl denen, die Diskussionen in wohlwollender Atmosphäre erleben. Wohl dem Gemeindebund, in dem sich die Diskussionspartner ernst nehmen, wo sie Gutes unterstellen und so lange nachfragen, bis klar ist, was gemeint ist.
Wohl denen, die dann endlich verstehen, worin wirklich die verschiedenen Meinungen bestehen. Das zeigt sich nicht immer beim ersten Eindruck.

Unterscheiden wir gut zwischen sozialem Druck, Meinungsfreiheit, juristischen Grenzen und Weinerlichkeit in Debatten. Unterscheiden wir gut zwischen wahr und falsch, zwischen Sünde und Tugend, aber lassen wir uns Zeit mit dem Urteil.

ANSGAR HÖRSTING | Präses Bund FeG | praeses.feg.de

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Nathanael Ullmann schaut in die Kamera.Foto: FeG Deutschland | AW

Nathanael Ullmann | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Foto: FeG Deutschland | NU

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher

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