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November 4, 2022 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE FeG Institut Gemeindeentwicklung und Leiterschaft FeG-Herbsttagungen FeG-Jahresthema Gemeindeentwicklung Gemeinden Institut Gemeindeentwicklung und Leiterschaft Leiterschaft Presse vef.de

FeG-Herbsttagungen | Fünf Learnings von Thomas Härry

Der Hauptredner bei der FeG-Hauptamtlichentagung in der ersten Novemberwoche war in diesem Jahr Thomas Härry. In drei Sessions sprach er über das Thema „Habe Acht auf dich selbst“. Fünf der Kernthesen aus den Vorträgen sind nicht nur für Pastorinnen und Pastoren lehrreich. Den vollständigen Text finden Sie in der Dezember-Ausgabe 2022 der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE.

1. Nicht auf das Ende der Krise warten

Es klingt so offensichtlich wie banal, wenn Thomas Härry den britischen Wirtschaftshistoriker und Dozenten J. Adam Tooze zitiert: „Wir befinden uns in einer der Zeit der Polykrisen“. Doch genau hier steckt für Härry eine zentrale Erkenntnis für Gemeinden. Denn auf diese Krisensituation gilt es, sich einzustellen.

Da wären zum einen die offensichtlichen Krisen rund um Klimawandel, Coronapandemie und Ukrainekrieg. Viele Krisen wirkten ineinander, resümiert Härry und vergleicht die Situation mit einem Tisch: Dinge wackelten unablässig darauf herum und wir versuchten, nichts herunterfallen zu lassen. „Das erzeugt eine Anspannung.“

Gleichzeitig schützten auch in der Gemeinde die alten Schutzburgen nicht mehr, sagt Härry. Gemeinden früherer Zeit vergleicht der Schweizer mit den Schutzburgen, wie man sie beispielsweise in Rumänien findet. Dort bauten die Einwohnenden um ihre Kirchen bewohnbare Schutzwälle, die sie vor Angreifern schützten. Doch so wie einige der rumänischen Schutzburgen seien auch die gemeindlichen Schutzburgen im Verfall begriffen: Wo es früher gemeinsame Werte, einen Konsens und eine Grundordnung gab, sei das in heutigen Gemeinden nicht mehr zwingend der Fall. „Kirchen sind polarisierte Tummelfelder geworden.“ Als Beispiele nennt Härry die Fragen rund um die Themen Homosexualität, Gender und Geschlechterrollen. Das alles mache Gemeindemitgliedern Angst.

„Ich glaube, wir kommen in eine Zeit des chronischen Bedrohtseins“, so Härrys Schlussfolgerung. Wie die Israelitinnen und Israeliten, die vor dem verheißenen Land stehen und sich vor der Bedrohung fürchten, seien auch wir Westeuropäer derzeit furchterfüllt. „Und bei Bedrohung ist nicht mehr klar zu denken.“

Genau dieser Situation sehen sich Gemeindeleiterinnen und -leiter gegenübergestellt. Wichtig sei es angesichts der Umstände, auf kein baldiges Ende zu hoffen: „Krise ist die neue Ordnung“. Eben darum müssten Gemeinden den Umgang mit Krisen ins Zentrum ihres Tuns stellen.

2. Nur die versorgte Seele kann dienen

Nur wer seine Seele angemessen umsorgt, wird anderen dienen können. Davon ist Thomas Härry überzeugt. „Wir sind in einer Zeit, in der man das Triviale des Menschen zu überwinden versucht.“ Als Beispiel zieht der Redner Werbevideos für Grippemittel heran. Die Botschaft dort sei: „Was bist du für ein Waschlappen, wenn du nicht funktionierst.“ Doch wir Menschen funktionierten nicht einfach.

Das Jüdische kennt denselben Begriff für „Seele“ und „Kehle“. Für Härry schwingt darin die Bedeutung mit: So bedürftig und gefährdet die Kehle ist, ist es auch die Seele. Und im Psalm 131 wird die Seele mit einem Kind beschrieben, für das wir wie eine Mutter verantwortlich sind. Genau so müssten wir also auf unsere Seele achten.

Die Seele an den Ort ihrer Versorgung zu führen, kann laut Thomas Härry ganz unterschiedliche Formen haben. Sei es Austausch, ein Glas Wein oder Zeit im Freien. Spiritualität sei dabei ein Element von mehreren. Nur wenn unsere Seele so versorgt sei, könnten wir sie führen, so Härry weiter. Eine unversorgte Seele übernehme selbst die Führung, verlange nach dem Kick: „Die Seele ist meist stärker als unsere geistigen Überzeugungen“, warnt der Theologe. Ist die Seele versorgt und lässt sich führen, kann sie dann auch anderen dienen.

Als zwei prominente Beispiele nennt Härry hier Mose und Jesus. Beide nahmen sich immer wieder Auszeiten, um später präsent sein zu können. Daran sollten sich Leiterinnen und Leiter ein Beispiel nehmen.

3. Präsenz ist das Pfund von Hauptamtlichen

4. Tue das, worin du gut bist

5. Verheißungen gelten den Negationen zum Trotz

Nathanael Ullmann | Referent Medien und Öffentlichkeitsarbeit | presse.feg.de

Thomas Härry

  • Thomas Härry wurde 1965 in Birrwil geboren. Er ist Theologe und Dozent am TDS Aarau. Zentrales Thema seiner Bücher ist Leiterschaft. Härry ist verheiratet und Vater dreier Töchter.

Die FeG-Herbsttagungen

Die FeG-Herbsttagungen gehören seit Jahrzehnten zum festen Programm beim Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG). Sie wollen die Hauptamtliche und Mitarbeitenden der Ortsgemeinden ermutigen und geistlich inspirieren. Die Teilnehmenden erwartet eine Mischung aus biblischen Impulsen, thematischer Arbeit, Austausch und Stille. Die Tagung für die Hauptamtlichen der FeGs fand vom 31. Oktober bis zum 4. November auf Langeoog statt. Weitere sechs Tagungen für leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Gemeinden folgten in diesem Jahr bis Ende November auf Langeoog, dem Dünenhof in Cuxhaven, dem Forggenhof (Allgäu) und Bad Blankenburg (Thüringen).

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