21. Februar 2020 | Aktuell Gemeinden Presse

FEG HANAU ERSCHÜTTERT ÜBER ANSCHLAG

FeG Hanau erschüttert über Anschlag

Freikirche veranstaltet ökumenischen Gedenkgottesdienst und ruft zum Gebet auf

Hanau | Witten „Wir sind erschüttert und haben so einen Anschlag in Hanau nicht für möglich gehalten“, erklärt Pastor Wolfgang Stremel zu den Ereignissen am Mittwoch 19. Februar 2020, dem elf Menschen zum Opfer fielen. Ein 43-jähriger Mann mit fremdenfeindlichen Motiven drang in zwei Shisha-Bars sowie einen Kiosk im Hanauer Zentrum und der Kesselstadt ein, tötete neun Menschen mit Migrationshintergrund und verletzte sechs weitere. Im Anschluss tötete er seine 72-jährige Mutter und sich selbst. Das Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Hanau (FeG) befindet sich in unmittelbarer Nähe von zweien der Tatorte.

Die FeG Hanau veranstaltet am heutigen Freitag, 21. Februar, um 18 Uhr einen ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Weimarer Straße 35, in dem das Gedenken an die Opfer, das Gebet für die Angehörigen und die Stadt Hanau im Mittelpunkt stehen. Die christlichen Kirchen im Rahmen des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) der Stadt werden die Gedenkstunde mitgestalten.

Wolfgang Stremel, der seit 2012 Pastor der Freikirche ist, bringt sein Entsetzen über die Tat zum Ausdruck. Er habe die Stadt immer als einen Ort erlebt, der Fremde bereitwillig aufgenommen hat: Rund 40 % der Einwohner stammen aus 180 unterschiedlichen Nationen. Stremel rückt der Anschlag spürbar nahe: Die aus rund 140 Mitgliedern bestehende christliche Kirche wird von vielen Gästen aus unterschiedlichen Nationen besucht. Die Asylsuchenden und Flüchtlinge, die in der Freikirche ein Zuhause gefunden haben, sind durch den Anschlag und das offen zutage tretende fremdenfeindliche Klima in unserem Land verunsichert und verängstigt.

Pastor Wolfgang Stremel und Präses Ansgar Hörsting rufen die Gemeinden des Bundes Freier evangelischer Gemeinden sowie andere christliche Kirchen zur Gebetsunterstützung auf. Ihre Bitte ist, dass Gott den Angehörigen der Opfer Trost schenkt und Menschen unterschiedlicher Herkunft in Kirchen und Gemeinden Schutz und Geborgenheit finden sowie dem fremdenfeindlichen Gebaren Einhalt geboten wird.

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR gehört zu den Freikirchen. Gegründet wurde die erste FeG 1854 in Wuppertal. Der Bund verfolgt das Prinzip der Freiwilligkeitsgemeinde: Mitgliedschaft aufgrund einer persönlichen Glaubensentscheidung, Mitverantwortung und Mitbestimmung aller sowie Taufe der Glaubenden. Gegenwärtig gehören 500 Gemeinden mit rund 42.000 Mitgliedern zur Bundesgemeinschaft. Die Gemeinden finanzieren sich über Spenden und verzichten damit bewusst auf die Möglichkeit, Kirchensteuern zu erheben.

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher
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