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FeG-Gottesdienst | Der gute Start

4. April 2024
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Der gute Start

Wie sich Gottesdienste eröffnen lassen – aus der Gottesdienstwerkstatt der Theologischen Hochschule Ewersbach

Alle, die Gottesdienste leiten, kennen die Last der ersten Minute. Alle Augen ruhen dann auf einer Person. Die Erwartung ist oft groß. Und dann die eigene Frage: „Wird es gelingen? Wie werde ich wahrgenommen?“ In aller Kürze lässt sich sagen, dass die sogenannte „Eröffnung“ einem Kegel ähnelt. Einmal geht es um den horizontalen Kreis, also die Gemeinschaft aller Anwesenden.

Freundliches Willkommen zeigen

Soll die Eröffnung gelingen, braucht es einen freundlichen Blick, eine herzliche Begrüßung, ein sympathisches Willkommen. Ob die Anwesenden mit „du“ oder „Sie“ angeredet werden, ist eine alte Frage. Fest steht, dass die gottesdienstliche Sprache grundsätzlich „per du“ ist. Schließlich siezen wir uns weder beim Segen noch beim Abendmahl.

Zu viele und zu rasche „Dus“ wirken auf erwachsene Menschen manchmal aber auch irritierend. Ein guter Weg ist es daher, beim Beginn inklusiv zu sprechen. Das bedeutet: Ich spreche die Menschen nicht direkt an, sondern stelle einfach den Kreis der Gemeinsamkeit her. So sage ich etwa: „Es ist gut, dass wir heute diesen Gottesdienst gemeinsam feiern können.“ In Gottesdiensten mit vielen Gästen ist es auch angemessen, sich selbst mit Namen vorzustellen.

Sodann geht es auch um die Ausrichtung, also im Bild: die Kegelspitze. Die miteinander Versammelten sollen ja in Gemeinschaft mit Christus gelangen. Dies wird ermöglicht durch ein Gebet, aber auch mittels eines Bibelwortes, wie etwa der Tageslosung, dem Wochenspruch oder einem selbstgewählten Bibelvers. Mancherorts ist es auch üblich, in der Eröffnung ein sogenanntes „Votum“ (Wunsch, Gebet) einzufügen. Dann sagt man etwa zu Beginn: „Ich begrüße uns alle im Namen unseres Herrn Jesus Christus“. Oder man schließt die Eröffnung folgendermaßen ab: „Wir feiern diesen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Damit wird die Vertikalität des Geschehens hervorgehoben: Wir alle sind von Gott eingeladen!

„Damit die Eröffnung des Gottesdienstes gelingen kann, braucht es vor allem Freundlichkeit. Alle Gäste im Gottesdienst sollen sich willkommen fühlen.“
Jakob Lange, Student der Theologischen Hochschule Ewersbach

Ton und Anlass miteinander verbinden

Welche Textbausteine in welcher Reihenfolge nun gewählt werden, lässt sich nicht für alle Fälle formulieren. Hier gibt es weniger ein „falsch“ oder „richtig“, sondern mehr ein „passend“ oder „weniger passend“. Viele Gemeinden pflegen oft ihren eigenen „Ton“. Und auch der Anlass ist entscheidend.

Eröffnen wir besondere Gottesdienste wie etwa anlässlich einer Hochzeit oder einer Beerdigung, wird es meist gesammelter und feierlicher vonstattengehen als sonst üblich. Dann wird die Eröffnung vielleicht sogar mit einer sogenannten „Benediktion“ (Segenswunsch) eingeleitet, wie wir es aus den apostolischen Briefeingängen kennen (z. B. Römer 1,7).

Ein möglicher Stolperstein bei Eröffnungen ist der sogenannte „Kaltstart“. Unvermittelt steht plötzlich jemand vorne und beginnt den Gottesdienst. Das überfordert die meisten Menschen. Es hilft dagegen, wenn der Anfang eingeleitet wird, etwa akustisch (z. B. durch Musik oder ein Lied) oder optisch (z. B. durch Verdunklung, Aufhellung oder einen Countdown). In jedem Fall sollten die am Gottesdienst Beteiligten vor dem Anfang auch den Anfang verkörpern. Dass Musiker oder Moderatoren eine Minute vor Beginn noch im Foyer stehen, ist kein gutes Signal. Schwierig wird es auch, wenn die Eröffnung zu lange dauert. Drei oder vier Minuten sind ausreichend!

Gottes Präsenz feiern

Und was vor allem zählt: Jede Gottesdiensteröffnung lebt von der Erwartung, die wir miteinander teilen. Es macht einen enormen Unterschied, ob wir allzu routiniert zur Sache gehen oder von der Verheißung Christi beseelt sind, dass er selbst durch seinen Geist präsent ist und uns etwas schenken möchte. Das spürt man den Leuten ab!

Und es motiviert auch ungemein, wenn diese Zuversicht sprachlich zum Ausdruck gebracht wird. Schließlich ist jeder Sonntag „der Tag des Herrn“ und jeder Gottesdienst daher auch ein kleines Osterfest, an dem Auferweckungsatmosphäre herrscht.

 

 

 

 

 

Dr. Arndt E. Schnepper | Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach | th-ewersbach.de

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der FeG-Zeitschrift Christsein Heute.

Downloads | Weiterführende Links

  • FeG-Gottesdienst – Tipps, Vorlagen und Impulse | gottesdienst.feg.de
  • Eröffnungsvorschläge für den FeG-Gottesdienst finden sich zum freien Gebrauch. | DOCX >>

Der gute Start

Die Eröffnung des Gottesdienstes | Vorlagen

Aus der Gottesdienstwerkstatt der Theologischen Hochschule Ewersbach | gottesdienst.feg.de

Allgemein

  • Diese Vorlage gibt Ideen für den Beginn eines Gottesdienstes in Freien evangelischen Gemeinden. Sie kann beliebig verändert und angepasst werden.
  • Diese Vorlage stellt mögliche Vorschläge zur Eröffnung des Gottesdienstes vor. Es handelt sich hierbei um Bausteine, die beliebig erweitert und angepasst werden können.
  • Viele Gemeinden besitzen eigene Prägungen und es gibt auch oft genug unterschiedliche Gottesdienstanlässe. Die Rubrizierung mittels der Stilarten versucht diesem Umstand Rechnung zu tragen.
  • Grundsätzlich sollte die Eröffnung zwei Ebenen in den Blick nehmen:
    • die Gemeinschaft miteinander
    • und die Gemeinschaft mit Gott.
  • Die erste Ebene wird durch ein freundliches Willkommen zum Ausdruck gebracht, die zweite durch ein Bibelwort, ein biblisches Votum oder ein Gebet.
  • Viele Gottesdienstgäste schätzen es, wenn die Eröffnung kurz und prägnant ist sowie einen positiven Grundton besitzt. Ein hilfreiches Bild ist das des Gastgebenden: „Wir begrüßen die Gäste herzlich und führen sie in die bevorstehende Zeit ein.“
  • Manchmal lässt sich schon ein Spannungsbogen aufbauen, indem wir etwas Besonderes ankündigen: die Erwartung an die Predigt, eine Kindersegnung, eine Taufe oder der Blick auf das Abendmahl.
  • Weitere Informationen zur Eröffnung des Gottesdienstes finden sich in der Ausgabe der FeG-Zeitschrift CHRISTSEIN HEUTE 04/2024. | christsein-heute.de

Familiärer Stil

Zum Beispiel in vertrautem Umfeld, in einer Gründungsgemeinde, während einer Gemeindefreizeit oder in einem missionarischen Gottesdienst

  • „Es ist etwas Großes, dass wir diesen Gottesdienst miteinander feiern können. Schön, dass ihr alle da seid. Es tut so gut, heute Morgen miteinander Jesus Christus zu loben. Er ist in unserer Mitte. Er ist es wert, angebetet zu werden. Und wir wollen auch eine Predigt hören sowie das Abendmahl feiern. Zu Beginn möchte ich ein Gebet sprechen.“
  • „Wir möchten heute wieder Gottesdienst feiern. Gottesdienst heißt zuerst: Jesus Christus möchte uns dienen. Er tut es durch seinen Geist, seine Gegenwart, durch die Predigt und durch die Gemeinschaft. Und dann wollen wir ihm auch dienen: durch unsere Lieder und Gebete. Ich bin sicher, dies wird wieder eine ganz besondere Zeit sein, wo wir Gott begegnen werden. Zu Beginn möchte ich mit uns beten.“

Freundlicher Stil

Zum Beispiel im regulären Sonntagsgottesdienst

  • „Herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst! Ich grüße uns alle im Namen unseren Herrn Jesus Christus. Miteinander wollen wir auf Gottes Wort hören, zu ihm beten und ihn loben. Ich bin sicher, dass Jesus für jeden von uns etwas vorbereitet hat. An den Anfang unseres Beisammenseins stelle ich den Wochenspruch. Dort heißt es: ‚Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.‘ [1. Johannes 2,8] Ihr Lieben, mit Jesus Christus hat ein neues Zeitalter begonnen. Und es sind mein Wunsch und Gebet, dass das Licht von Christus auch heute erhellt.“
  • „Schön, dass ihr heute da seid. Schön, dass du heute da bist. Miteinander wollen wir heute diesen Gottesdienst feiern im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes [vgl. Matthäus 28,19]. Amen. Auf uns wartet eine richtig gute Predigt unseres Pastors XY. Miteinander möchten wir aber auch mit unseren Liedern und Gebeten unseren Herrn Jesus Christus loben. Lass dich überraschen.“

Feierlicher Stil

Zum Beispiel bei Beerdigungen, Hochzeitsfeiern oder ähnlich besonderen Gottesdiensten

  • „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. [vgl. 1. Petrus 1,3] Amen. Herzlich begrüße ich uns zu diesem Trauer- und Trostgottesdienst. Wir nehmen heute Abschied von XY. Er war unser Vater, unser Ehemann, unser Verwandter, unser Bruder und unser Freund. Und so wollen wir heute unsere Traurigkeit zum Ausdruck bringen. Wir wollen aber umso mehr, uns auch trösten lassen durch das Evangelium von Jesus Christus. Er, Jesus, ist der Herr über Leben und Tod. Auf ihn hoffen wir im Leben und im Sterben. Amen. Ich bete.“
  • „Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. [vgl. Römer 1,7]. Amen. Heute ist ein besonderer Tag. Wir feiern die Hochzeit von WX und YZ. Heute Vormittag habt ihr beide, W und Y, eure Ehe auf dem Standesamt geschlossen. Ihr möchtet nun vor der Gemeinde euren Entschluss bekräftigen und wir möchten miteinander um Gottes Segen für eure Ehe bitten.“
  • „Gnade sei mit uns und Friede von Gott unserem Vater [vgl. Kolosser 1,2]. Amen. Ein herzliches Willkommen uns allen. Miteinander wollen wir heute die Einweihung unseres neuen Gemeindehauses feiern. Zwei Jahre des Umbaus liegen nun hinter uns. Das ist Grund genug, unserem Herrn Jesus Christus zu danken. Ihm gehört die größte Ehre. Und wir möchten die Gelegenheit ebenso nutzen, all denen zu danken, die mit ihren Gaben, ihrer Arbeit und ihren Gebeten ihren Teil zum neuen Gemeindehaus beigetragen haben. Insbesondere möchte ich den Bürgermeister unserer Stadt, XY, begrüßen. Lieber Herr Y, seien Sie uns sehr willkommen …“

Idee und Gestaltung: Arndt Schnepper | Artur Wiebe | 2024 | gottesdienst.feg.de

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