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FeG-Gottesdienst | Miteinander Erntedankfest feiern

23. September 2025

Möglicherweise ist es dieses Jahr endlich dran, für dieses Fest zukünftig eine „Strategie“ zu entwickeln, um Menschen in unserer Zeit für das Evangelium zu gewinnen.

Prof. Dr. Arndt E. Schnepper

Miteinander Erntedankfest feiern

Aus der Gottesdienst-Werkstatt der Theologischen Hochschule Ewersbach

Arndt Schnepper gibt Tipps, wie Erntedank in der Gemeinde zu einem strategischen Fest werden kann, das Menschen zu einem Neuanfang im Glauben anregt.

Das Erntedankfest ist einzigartig. Auf den ersten Blick ist dieser Tag nur ein „kleines Fest“ im Spektrum der christlichen Feste. Im Kirchenjahr der lutherischen und unierten Kirchen wird er nur als „weiteres Fest“ beziehungsweise „Gedenktag“ geführt. Das ist auch der Grund für seine flexible Platzierung. Als regulärer Termin gilt der erste Sonntag im Oktober. Es ist aber auch möglich, diesen Tag eine Woche früher oder später anzusetzen. Der Grund ist offensichtlich: Das Erntedankfest gehört nicht zu den großen Christusfesten wie Ostern oder Pfingsten. Es ist ein Fest, das seine Wurzeln im Alten Testament hat. Wie das Wochenfest und das Laubhüttenfest geht es um die Freude über die Ernte. Hier wird kein Heilsereignis gefeiert, sondern die alltägliche Versorgung durch Gott. Dennoch – und das ist die Überraschung – erfreut sich der Tag enormer Beliebtheit.

Nachweislich besuchen mehr Menschen dann einen Gottesdienst. Auch Freie evangelische Gemeinden kennen und schätzen diesen Tag. Obwohl in unseren Gemeinden meist nur die großen Christusfeste gefeiert werden, bildet das Erntedankfest an dieser Stelle eine Ausnahme.

Schiefe Tendenzen

Wo Feste gefeiert werden, kann es passieren, dass der Sinn leidet. Davor ist auch das Erntedankfest nicht gefeit. So findet sich bei uns im öffentlichen Raum die Neigung, aus dem christlichen Dankbarkeitsfest ein allgemeines Herbstfest zu gestalten. Grundsätzlich ist gegen eine solche Festivität nichts einzuwenden. Nur sollte man wissen, dass dies nicht den Sinn des Ursprungfestes trifft. Es geht nicht um die Feier der Herbstzeit, sondern um den Dank gegenüber dem, der uns durch alle Zeiten führt.

Doch auch im christlichen Raum finden sich abwegige Vorstellungen. Typisch ist hier etwa die „moralische Aufladung“. Wo dies geschieht, hört man in den Predigten viel von der Bewahrung der Schöpfung und vom Teilen des Geschenkten. Diese Gedanken treffen natürlich wichtige Gesichtspunkte.

Wir wissen: Wo wir etwas geschenkt bekommen, sollten wir auch abgeben können. Doch das ist eine zweite Folge aus dem Ersten: Im Erntedankfest feiern wir vor allem die Güte Gottes in unserem Leben.

Zwei Wochen vorher

Die „Niederschwelligkeit“ des Festes und die Offenheit etlicher Menschen hierfür kann uns nicht egal sein. Möglicherweise ist es dieses Jahr endlich dran, für dieses Fest zukünftig eine „Strategie“ zu entwickeln, um Menschen in unserer Zeit für das Evangelium zu gewinnen. Ohne Vollständigkeit zu behaupten, nenne ich einige Möglichkeiten, die sich ein oder zwei Wochen vor dem Fest realisieren lassen:

  • Schöpfungs-Seminare: Es ist ja Erntezeit. Hier werden Ähren eingeholt, Weinstöcke gelesen, Brombeeren gesucht oder Pilze gesammelt. Zu allen diesen und anderen Anlässen lassen sich offene Abend-Seminare in der Gemeinde gestalten. Experten und Expertinnen können Marmeladen-Seminare, Pilz-Seminare oder Wein-Seminare anbieten. Hier lernt man die Früchte und Sorten der Saison kennen und verkostet sie natürlich auch miteinander. Solche Angebote sind eine großartige Gelegenheit für Gemeinde und Gäste.
  • Wanderung für alle: Später Sommer und früher Herbst sind ideale Zeiten für gemeinsame Wanderungen. Gedacht ist hier nicht an Gewaltmärsche, sondern an gute Wege, die alle Generationen bewältigen können. Eine zünftige Einkehr oder ein herzhaftes Picknick dürfen dabei nicht fehlen. Solche Zeiten prägen die Gemeinschaft und machen Lust auf Gemeinde.
  • Pilgerweg: Alternativ ließe sich an einem Samstag auch ein Pilgerweg anbieten. Miteinander und einzeln bewältigen wir einen Weg. Immer wieder halten wir inne, um zu beten oder ein Bibelwort zu meditieren. Für manche Menschen kann das eine besondere Chance sein, Gott intensiv zu begegnen.
  • Dankbarkeits-Kurs: Ein dankbares Leben gehört zur Sehnsucht vieler Menschen. Und die Bibel hat hier so viel zu sagen. Ein ein- oder mehrtägiger Abendkurs findet hier oft große Resonanzen. Dankbarkeit lernen – das kann im Glauben gelingen.

Am Tag vorher

  • Dekorations-Event: Zum Erntedankfest gehört immer auch ein Erntedanktisch. Im Internet findet sich eine Fülle von guten Vorschlägen zur Gestaltung. Was liegt hier näher, als am Tag vorher ein besonderes Event daraus zu machen? Miteinander wird der Tisch geschmückt und anschließend kann das Treffen mit einem herbstlichen Essen beschlossen werden. Unsere Gemeinden profitieren von solchen gemeinschaftsstiftenden Traditionen.
  • Laternengang mit Rübenlichtern: Lange bevor der Brauch des Kürbisschnitzens nach Deutschland schwappte, wurden in vielen Gegenden zum Frühherbst die frisch geernteten Rüben als Laternen angefertigt. Mit einem Messer werden die Futterrüben ausgehöhlt und mit einem Gesicht versehen. Das ist eine eindrückliche Gelegenheit für Jungscharen und Pfadfindergruppen!

Im Gottesdienst

  • Idee eines Familiengottesdienstes: Es ist zu überlegen, ob nicht gerade das Erntedankfest als Familien-Gottesdienst gestaltet werden kann. Kinder tragen ein oder zwei Lieder vor, Teenager üben ein Theaterstück ein und die Sonnenblume oder eine andere Herbstblume wird als Bild für Gottes Versorgung dargestellt. Wir brauchen regelmäßig solche Gottesdienste für alle Generationen, um uns als ganze Gemeinde wahrzunehmen.
  • Psalm 104: Psalm 104 ist seit jeher der Psalm, der zum Erntedankfest gehört. Hier wird Gott der Schöpfer gepriesen und die Schönheit der Schöpfung besungen. Natürlich kann dieser Psalm vorgelesen werden. Noch eindrücklicher ist es aber, wenn von den Anwesenden miteinander gesprochen und gebetet wird.
  • Lieder: Wie bei den Christusfesten gibt es auch beim Erntedankfest ein paar Lieder, die immer wieder gerne gesungen werden. Wir nennen sie „Kernlieder“. Das bedeutet, dass bei aller musikalischen Weiterentwicklung diese Lieder bewusst gepflegt werden – sie sind unsere „Glaubensschätze“. Dazu gehören etwa: „Freuet euch der schönen Erde“ (Feiern und Loben 489 | FuL), „Geh aus mein Herz und suche Freud“ (FuL 493), „Wir pflügen und wir streuen“ (FuL 494) oder „Auf Seele Gott zu loben“ (FuL 500). In aller Regel singen auch Kinder diese Klassiker gerne mit.
  • Spenden: Es gehört zur frei-evangelischen Gemeindekultur, beim Erntedankfest auch eine Spende für die FeG-Bundesarbeit zusammenzulegen. Unsere Spenden für den Bund FeG sind vielmehr Ausdruck des gemeinsamen Weges, den wir als Gemeinden gehen. Niemand sollte dies als lästige Pflicht ansehen. Hier wird das Teilen praktisch umgesetzt. | spenden.feg.de
    Gemeinsames Mittagessen: Da passt es auch, wenn nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen wird. Besonders schön ist es, wenn die Lebensmittel aus der Region stammen und der Jahreszeit in etwa entsprechen. Das vermittelt dem Essen nochmals eine besondere Note.

Etwas Neues beginnen

Das Erntedankfest ist eine gute Chance, Menschen etwas für die Ewigkeit mitzugeben. Ziel ist es, dass das Gehörte und Erlebte durch Medien vertieft wird. Sowohl der SCM Bundes-Verlag als auch die Stiftung Marburger Medien bieten hier gelungene Möglichkeiten an. Was könnte schöner sein, als wenn die Erntezeit so auch ein Moment des Neuanfangs wird!?

 

 

 

 

 

Dr. Arndt E. Schnepper | Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach | th-ewersbach.de

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der FeG-Zeitschrift Christsein Heute.

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