17. Oktober 2020 | Aktuell Bundeswerke CHRISTSEIN HEUTE FeG-Geschäftsführung FeG-Präses Gemeinden Gremien Medien Presse

FeG-Bundestag und Ständiger Ausschuss

FeG-Bundestag und Ständiger Ausschuss

Der FeG-Bundestag und sein Ständiger Ausschuss tagten am 25. und 26. September 2020 in der FeG Gießen. Das höchste Bundesorgan fand erstmals hybrid statt – live vor Ort und digital im Internet.

Ständiger Ausschuss | Leiten in der Krise

Ich vermisse nichts!“, so ein langjähriger Mitarbeiter angesichts der durch Corona bedingten Gottesdienstausfälle. Diese Worte tun weh, wenn Säulen in Ortsgemeinden die gottesdienstliche Pause-Taste drücken.
Im Ständigen Ausschuss am 25. September referierten FeG-Bundessekretäre Bernd Kanwischer und Henrik Otto zu „Leiten in der Krise“. Die Corona-Zeit sei eine „Kulturunterbrechung“, die das Gemeindeleben infrage stelle. Das bringe Leitung unter Druck und führe zu einer diffusen Situation mit zahlreichen Konflikten, weil Kommunikation durch Corona erschwert werde. Laut Kanwischer und Otto tun sich im Bereich Gottesdienst, Digitalisierung und Innovation Energiefelder auf – einerseits träten Konflikte auf und andererseits gebe es einen kräftigen Schub vorwärts.
Die Bundessekretäre ordneten die Krise in vier Phasen: 1. Überleben, 2. Bewältigen, 3. Wiederherstellen, 4. Transformieren. Ziel sei es, zu einem erneuerten Denken und Handeln zu kommen: aus der Krise lernen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Gemeinde Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, konkrete Ziele zu formulieren und auf transparente Kommunikation zu achten. Anhand des Gleichnisses von den „Verlorenen Söhnen“ (Lukas 15) zeigten Henrik Otto und Bernd Kanwischer die geistliche Herausforderung unserer Krisen auf: Wie kann Gemeinde zu einem Vaterhaus werden, in dem man nicht nur etwas leisten muss, sondern in dem Gott als Vater auf seine Menschen zuläuft?

FINANZSTAND UND GEMEINDEORDNUNG

FeG-Geschäftsführer Guido Sadler präsentierte die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2019: Das ordentliche Ergebnis lag bei -111 000 €, aufgrund einer Steuernachzahlung wurde zusätzlich eine Rückstellung in Höhe von 175 000 € gebildet. Der Haushaltsplan für 2021 wurde von dem Gremium genehmigt. Heinz Gimbel, Vorsitzender des Versorgungswerkes im Bund FeG, präsentierte ein durchweg positives Ergebnis, woraufhin der Jahresabschluss genehmigt und der Vorstand entlastet wurde.
FeG-Bundessekretär Matthias Knöppel präsentierte die veränderte und in der Ansprache von Frauen und Männern sprachlich angepasste Gemeindeordnung. Sie dient als Muster für die Gemeinden vor Ort. Die Vorschläge für Änderungen aus der Bundesleitung wurden diskutiert und im Wesentlichen angenommen.

GREMIUM DES BUNDESTAGES

Der Ständige Ausschuss ist ein Untergremium des FeG-Bundestages und setzt sich zusammen aus Kreisvorstehern, Delegierten des Bundestages und Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaften und des Wirtschaftsausschusses. Vorsitzender ist Pastor Wilfried Weniger, Stellvertreter Pastor Michael Höring. Das Gremium genehmigt z. B. den Haushalts- und Stellenplan des Bundes und stellt den Jahresabschluss fest, bereitet die Sitzungen des Bundestages vor und wählt die Mitglieder der Erweiterten Bundesleitung: Bundesleitungsmitglied Thomas Schech, Leiter des FeG-Bundeswerkes Allianz-Mission, wurde für weitere vier Jahre wiedergewählt.
Präses Ansgar Hörsting stellte anhand von 2. Korinther 9,7 den „fröhlichen Geber“ in den Mittelpunkt. Er dankte den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses für ihren Einsatz in den Bund FeG und das Reich Gottes und motivierte zum weiteren Geben – auch in diesen besonderen Krisenzeiten.

 

Bundestag | Identität Evangelium

Das Evangelium ist angesagt!“, so Präses Ansgar Hörsting auf dem FeG-Bundestag am 26. September in der FeG Gießen. Mit dem „Wort des Präses“ (Wortlaut in CHRISTSEIN HEUTE 10/2020) machte er Mut zur Besonnenheit und Innovation, denn die Welt brauche das Evangelium! Er mahnte zu einem respektvollen Umgang miteinander, der dem „Sofortismus“ widersteht, seine Meinung direkt und unverblümt z. B. in den sozialen Medien kundzutun. Schlüssel sei es, dass unsere Identität durch Jesus Christus und vom Evangelium bestimmt ist.
Dabei könnten wir von den Christen aus dem sudanesischen Schwesterbund lernen. Für sie sei Krise der Normalzustand und sie ließen sich nicht einschränken, die Gute Nachricht von Jesus Christus in Wort und Tat den Menschen nahezubringen. „Wir sind Krisenzeiten nicht gewohnt!“ Ansgar Hörsting motivierte, trotz Unsicherheiten mutig zu leben durch den Heiligen Geist.

EVANGELIUM IST DREH- UND ANGELPUNKT

Angesichts der Sorgen um unsere Gottesdienste, ob Menschen wieder in die Präsenzveranstaltungen kommen, rät Hörsting zur Innovation. Gemeindemitglieder werden zukünftig nur dann wiederkommen, „wenn deutlich wird, dass sie einen Gewinn davon haben.“ Es müsse etwas geben, wofür es sich lohne zu kommen. Die Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste sollten erleben können: „Jetzt spricht Gott zu mir.“ Bei allen Überlegungen rund um die sonntäglichen Zusammenkünfte dürften Kinder und Jugendliche nicht vergessen werden, sondern müssten aktiv in strategische Überlegungen einbezogen werden.
Dreh- und Angelpunkt dabei sei das Evangelium, das einen Namen trage: Jesus Christus. Es gelte, die gute Nachricht von Jesus Christus weiterzusagen, die angesichts der Veränderungen in der Welt Halt und Orientierung gebe: „Das Evangelium ist angesagt. Es vermittelt Hoffnung über den Tod hinaus.“

GEMEINDEAUFNAHMEN IN DEN BUND FEG

Der FeG-Bundestag fand in diesem Jahr erstmals hybrid statt: 104 Delegierte der Gemeinden, Gremien und Werke waren in Gießen anwesend, 171 stimmberechtigte Delegierte hatten sich in eine Zoom-Video-Übertragung und weitere 153 Personen über YouTube eingeschaltet. Dass dies möglich wurde, lag an den Mitarbeitern der FeG Gießen und des FeG-Bundeshaues in Witten, welche die technischen und organisatorischen Herausforderungen gemeinsam mit Sitzungsleiter Wilfried Weniger gemeistert haben.
Auf dem Treffen des obersten Bundesorgans wurden vier Gemeinden in den Bund aufgenommen: die Citychurch Ulm, die Mosaik-Kirche Frankfurt-Bergen-Enkheim sowie die Gemeinden München-Ost und München Süd-West. (Kurzvorstellung der Gemeinden in CHRISTSEIN HEUTE 09/2020). Die jeweiligen Vertreterinnen und Vertreter stellten ihre Gemeinde kurz vor und antworteten auf Rückfragen der Delegierten – vor Ort und digital. Nach einem Votum des jeweiligen Kreisvorstehers erfolgte die Abstimmung über die Aufnahme als FeG-Bundesgemeinde.
Bundessekretär Burkhard Theis gab bekannt, dass sich im vergangenen Jahr fünf FeG-Gemeinden aufgelöst haben: Angelburg-Gönnern, Steffenberg-Oberhörlen (beide Mittelhessen), Borna (bei Leipzig), Uetze (bei Hannover) und Jena. Die Gemeinden Allendorf-Haine und Frankenberg-Röddenau hätten sich zusammengeschlossen. Die Gemeinde „Licht der Welt“ in Olpe wurde als assoziierte Gemeinde von der Bundesleitung anerkannt.

AN 95 ORTEN NEUE GEMEINDEN GRÜNDEN

Der Leiter der FeG-Inland-Mission Sascha Rützenhoff äußerte sich dankbar über die Dynamik in der Gemeindegründung, die trotz Corona kaum Einbußen erlebt habe: Gemeindegründung liege in den Genen des Bundes: „Menschen kommen nach wie vor zum Glauben und finden Anschluss.“ Acht neue Gemeindegründungen im Bund FeG wurden anerkannt: Barkenholm (Schleswig-Holstein), Bünde, Hamm, eine pakistanisch-sprachige Gemeinde in Witten (alle Nordrhein-Westfalen), Eschwege (Nordhessen), eine arabisch-sprachige Initiative in Simmern (Hunsrück), Mainburg (Niederbayern) und eine spanisch-sprachige Gründung in Dresden. Inzwischen gebe es 95 Orte in Deutschland, an denen die Inland-Mission Gemeinden ins Leben rufen will.

WACHSEN ENTGEGEN DEM TREND

FeG-Geschäftsführer Guido Sadler zog eine positive Bilanz des Gemeindewachstums: „Entgegen dem aktuellen Trend in der kirchlichen Landschaft ist der Bund Freier evangelischer Gemeinden ein wachsender Gemeindebund.“ Er berief sich auf die Auswertung einer alle zwei Jahre stattfindenden Erhebung. Demnach hat eine Ortsgemeinde im Durchschnitt 86 Mitglieder – das seien zwei mehr als 2018. Durch Gemeindegründungen und Gemeindeaufnahmen besteht der Bund aus 500 Gemeinden mit 43.127 Mitgliedern (2018: 480 Gemeinden mit 41.700 Mitgliedern).

DREI PERSONALENTSCHEIDUNGEN

Der Bundestag fällte drei Personalentscheidungen. Neuer Bundessekretär für die Region West wird Sebastian Brenner (Karlsruhe). Für die Region Mitte-West übernimmt Thomas Acker (Mainz) dieses Amt. Die bisherigen Amtsinhaber, Matthias Knöppel (Witten) und Burkhard Theis (Dietzhölztal), gehen im kommenden Jahr in den Ruhestand. In seinem Amt für weitere sechs Jahre bestätigt wurde der Rektor der Theologischen Hochschule Ewersbach, Prof. Andreas Heiser.

VERFASSUNG- UND STRUKTURREFORM

Die Reform der Struktur des Bundes FeG wurde in einem zweijährigen Prozess ausgewertet und die Verbesserungsvorschläge durch den Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses, Jürgen Lawrenz, präsentiert. Der Bundestag folgte den Vorschlägen des Ständigen Ausschusses und der Erweiterten Bundesleitung. Die Veränderungen berücksichtigen veränderte Situationen in den Kreisen, schaffen eine klarere Abgrenzung von Kompetenzen der verschiedenen Gremien und präzisieren manche Formulierungen, die in den vergangenen Jahren zu Unklarheit geführt haben. Einzig der Vorschlag, dass in Zukunft Referentinnen bzw. Referenten des Bundes durch die Geschäftsführende Bundesleitung zu berufen sind, bekam nicht die nötige Dreiviertel-Mehrheit, sondern lediglich 73 %.

GRUNDLAGENTEXT: „DAS EVANGELIUM GOTTES VON JESUS CHRISTUS“

Der Bundessekretär der Region Süd, Henrik Otto, stellte den von der Bundesleitung herausgegebenen Grundlagentext „Das Evangelium Gottes von Jesus Christus – Zum Verständnis des Evangeliums in Freien evangelischen Gemeinden“ vor. „In Liebe und Gründlichkeit“ wolle man damit sagen, „worauf es ankommt“. Auch im Bund FeG erlebe man starke Polarisierungen. Deshalb brauche es eine tragfähige Grundlage.
In der 68-seitigen Broschüre habe man zusammengestellt, was die Bibel über Jesus Christus sagt. Im Bund FeG wolle man Menschen zum Glauben einladen: „Evangelisation braucht einen Inhalt.“ Dies sei Jesus Christus, wie der Text deutlich mache. Otto zufolge wird der Bund FeG sich künftig in Podcasts und Web-Seminaren intensiv mit dem Text beschäftigen. Er ist abrufbar unter evangelium.feg.de

KLAUS RÖSLER | Redakteur bei idea

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit im Bund FeG | Pressesprecher | presse.feg.de

Dieser Text ist Teil von CHRISTSEIN HEUTE 11/2020

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