Highlights vom FeG-Bundestag 2025 | 27. September 2025
Tagesordnung FeG-Bundestag
FeG-Bundestag 2025: Hin zu den Menschen
Mit neuen Gemeinden und Aufarbeitung sexueller Gewalt
Dietzhölztal-Ewersbach | Der FeG-Bundestag, das oberste Gremium des Bundes FeG, hat am 27. September im Kronberg-Forum in Ewersbach stattgefunden. Die Gehrichtung der zahlreichen Tagespunkte stellte FeG-Präses Henrik Otto in seinem „Wort des Präses“ unter ein zentrales Motto: „Hin zu den Menschen“. Unter anderem konnten vier neue Gemeinden aufgenommen und der Startpunkt für die Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bund FeG gesetzt werden. Im Folgenden sind die Höhepunkte des FeG-Bundestags zusammengefasst.
1. Wort des Präses | Nächsten ins Zentrum rücken
FeG-Präses Henrik Otto legte in seinem „Wort des Präses“ den Fokus auf die ambivalente Lage des Bundes FeG. Einerseits gehe es nach der Stagnation rund um die Coronajahre wieder nach vorne. „Wir haben zwar noch keine neuen Zahlen, aber eine Erholung ist spürbar. Menschen kommen wieder gerne zusammen, genießen die Gottesdienste und das gemeinsame Feiern. Und auch das Lastentragen, was auch dazugehört.“ Der Dank gelte hier den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in Gemeinde.
Gleichzeitig stellt sich Henrik Otto die Frage, ob der Bund FeG für die Zukunft gut aufgestellt ist. Er sei überzeugt, dass das freikirchliche Modell nach wie vor sehr gut in diese Zeit der Individualisierung passe. Gleichzeitig gebe es aber mehrere „Vitalitäts-Marker“, die es für die eine gute Zukunft brauche: FeGs müssten aus der Komfortzone heraustreten und zu den Menschen aufbrechen. „Wir nehmen ja ohnehin täglich Einfluss auf so viele Menschen, in unseren Familien, an unseren Wohnorten und Arbeitsplätzen. Das geschieht ganz automatisch, dafür muss man nicht besonders laut oder dominant sein“, sagte Otto.
Keine Gemeinde zurücklassen
Gemeinden müssten Schutzräume sein für Menschen, die verbal oder physisch gejagt werden, selbst wenn sie deren Meinung nicht teilen. Es brauche einen Fokus auf die Jugend, Vielfalt und Gemeindegründung. Und: Gemeinden müssten den Turnaround schaffen. „Wir werden Gemeinden nicht aufgeben, die zuletzt stagnierten oder geschrumpft sind. Das ist keine Option.“ Der Aufbruch zu den Menschen beginne dabei mit dem Aufbruch zum Herzen Gottes.
„Ich träume davon, dass wir in zehn Jahren keine Gemeinde mehr schließen müssen, dass wir unterschiedliche Arten von neuen Gemeinden gründen und dass die geistliche Sehnsucht und Kraft der Generationen Z und Alpha unsere Gemeinden in die Zukunft führen. Ich bete und arbeite dafür, dass sich die Anzahl der interkulturellen Gemeinden verdoppelt hat und überall im Land Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zum Glauben kommen“, sagte der FeG-Präses. Gemeinden der Zukunft würden weder den Glauben politisieren noch sich aus der Welt zurückziehen. „Mit diesen Bildern im Kopf ist mir nicht bange vor der nächsten Etappe, weil ich überzeugt bin, dass wir jetzt und auch in zehn Jahren noch auf Gottes Zettel für dieses Land stehen.“
2. Vier neue Gemeinden aufgenommen | Weitere entstehen
In jedem Jahr nahm der FeG-Bundestag vier neue Gemeinden auf. In Videos und Interviews durften sie sich kurz vorstellen.
FeG Offenburg evangelisiert mit Tiny Church
Die FeG Offenburg möchte ein Tor zum Glauben an Jesus sein. Als Tochter der FeG Kehl und der FeG Inland-Mission ist sie vor zehn Jahren gestartet. Im Mittelpunkt der Gemeinde steht die Beziehung zu Gott. Das lebt die Gemeinde vielfältig. Unter anderem hat sie in Eigenarbeit eine „TinyChurch“ gebaut. „Wir haben Gottes Wirken darin erlebt“, sagt Matthias Graf im FeG-Bundestag, sowohl im Bau als auch im Kontakt mit anderen. Die Gemeindemitglieder erzählen im gezeigten Video davon, wie familiär die Atmosphäre in der FeG ist: „Jeder ist willkommen, genauso wie er ist.“ Auch die Arbeit für Kinder und die Rotlichtarbeit „Viata“ zeichnet die Gemeinde aus: „Regelmäßig besuchen wir Prostituierte in den Bordellen und Etablissements in Offenburg und zeigen den Frauen, dass sie von Gott geliebt und gesehen sind“, heißt es im Schreiben der Gemeinde.
Mosaikkirche Gießen ist bunt wie der Name
Die Mosaikkirche Gießen ist vor rund zehn Jahren aus einem WG-Zimmer im Herzen Gießens entstanden. Die Gemeindemitglieder stammen aus unterschiedlichen Kontexten und Hintergründen – wie ein Mosaik. „Wir wollen Kirche für andere sein“, erzählt Pastor Stephan Ertl bei der Vorstellung. Die Gemeinde ist noch ohne eigenes Gemeindehaus und deswegen an verschiedenen Orten zu Gast. Der reguläre Gottesdienst findet im Kino statt, in einer Kapelle gibt es eine kontemplative Form der Anbetung. Und zum Brunch-Gottesdienst laden Wohnungen in ganz Gießen ein. Die Gemeinde möchte Kirche neu denken – unter anderem durch eine frische Sprache ohne „frommes Insider-Vokabular“, wie es in der Vorstellung heißt.
PAX Augsburg möchte Garten sein
„Wir bauen eine Kirche, die ein Garten ist“, heißt es im Video der PAX Augsburg – voller Wachstum und Begegnung. PAX heiße, gemeinsam Jesus nachzufolgen. PAX startete 2021 mit 14 Menschen. Schnell wuchs das Team. In der Gemeinde gibt es mittlerweile 15 Hauskreise mit rund 125 Teilnehmenden, sogenannte „Communities“. Dort warten gemeinsames Essen, persönlicher Austausch, Glaubensthemen und Gebet auf die Teilnehmenden. Ein zweiter Pfeiler der Gemeinde sind die Gottesdienste, die gemeinsam stattfinden. Außerdem gibt es mittlerweile Angebote wie eine Krabbelgruppe in der jungen Gemeinde.
FeG Taunusstein ist von „Mutti“ getragen
Die FeG Taunusstein ist aus der FeG Wiesbaden entstanden. „Die ersten Jahren waren geil“, sagt Harald Orth, Pastor der FeG Taunusstein bei der Vorstellung. Gerade von der „Mutti“ Wiesbaden hat die Gemeinde viel Rückenwind erlebt. Ganze 32 Mitglieder sandte die Muttergemeinde aus. Gleichzeitig steht die Gemeinde vor Herausforderungen, beispielsweise, dass sie mit einem kleinen Team von 40 Menschen noch nicht für alle Altersklassen Projekte anbieten kann. Trotzdem geht es vorwärts: Die FeG startete zum Beispiel früh mit einer Pfadfinderarbeit, die bis heute anhält. Und auch eigene Räume hat die Gemeinde mittlerweile gefunden. Zukünftig möchte die FeG Taunusstein noch mehr die „verändernde Kraft Gottes“ erleben, sagt Harald Orth auf der Bühne des FeG-Bundestags.
Neben den Gemeindeaufnahmen gab es auch Abgänge zu verkünden: Fünf Gemeinden mussten aufgelöst werden.
Neue Gemeinden an 91 Orten
Auf die Gemeindeaufnahmen bezog sich auch die FeG Inland-Mission mit ihrem Leiter Sascha Rützenhoff und dem Assistenten Harald Kolk bei ihrem kurzen Blick auf den Arbeitsbereich Gemeindegründung. Bei den Aufnahmen habe man die Früchte gesehen, die der Bereich bringe. An 91 Orten in Deutschland werden gerade Gemeinden gegründet. Unter anderem entsteht in München eine Kirche für „Young Professionals“, in Frankfurt eine Kirche für Nerds (die Nerch Frankfurt) oder eine interkulturelle Kirche, die Kairos Hannover. Auch in Achern, Frankfurt Oberrad, Ostfriesland und Freiburg sollen neue Gemeinden entstehen. Im anschließenden Interview von Katharina Steinhauer, Beraterin für Gemeindegründung, machten die befragten Gründer auf der Bühne klar: Das Trainee-Programm der FeG Inland-Mission war eine große Unterstützung bei der Entscheidung, Gemeinde zu gründen. Auch gute Mentorinnen und Mentoren waren maßgeblich verantwortlich dafür, dass die Befragten den Weg der Gemeindegründung weitergehen.
3. Gemeinden werden sichere Orte
Ein Update gab es auch zum Thema „Schützen und Begleiten“. Ziel ist es, Gemeinden zu sicheren Lebensräumen zu machen, auch frei von sexualisierter Gewalt. In den vergangenen Jahren hat das Team das Thema in Gemeinden gebracht, wo sie es konnte. Beispielsweise mit ein bis zwei Schulungen pro Jahr mit jeweils 300 bis 400 Teilnehmenden. Honorarkräfte schulten das Thema vor Ort und auch bei den Schulungen BASIX und ONLEICA wurde das Thema Prävention thematisiert. Bei den Ortsgemeinden sei man dabei auf viel Interesse gestoßen.
Nun soll eine E-Learning-Plattform entstehen, die permanent abrufbar ist. Aber auch andere Schulungsprogramme will das Team ausbauen. Zeitnah entsteht beispielsweise eine Anleitung, wie Schutzkonzepte sowohl für die Gesamtgemeinde als auch für den Kinder- und Jugendbereich erstellt werden kann. Für Mitarbeitende im Bund FeG wird es zukünftig einen Verhaltenskodex und eine Selbstverpflichtungserklärung geben. Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis wird außerdem verlangt. Einen entsprechenden Workflow wird der Bund FeG bis Ende des Jahres einrichten. Insgesamt wolle man von einem „Was darf ich nicht?“ hin zu einem „Wie arbeite ich dem Evangelium angemessen respekt- und verantwortungsvoll?“, sagte Marcus Felbick, Referent Pfadfinder und Teil des Teams „Schützen und Begleiten“.
Falls es zu einem Vorfall kommt, hat der Bund FeG ein Interventionskonzept erarbeitet. Bis spätestens Ende 2025 soll es an den Start gehen. Zukünftig wird es demnach ein allgemeines Beschwerdeverfahren im Bund FeG geben und außerdem einen Interventionsplan bei körperlichen und sexuellen Grenzverletzungen. Die Kontaktstelle „Schutzraum“, bisher auf die Region West beschränkt, wird dazu auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Kommt es zu einem Verfahren, wird dieses von externen Menschen begleitet, die nicht zum Bund FeG gehören. Hoffnung ist, dass in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zeitnah ein gemeinsames Konzept entsteht, bei dem der Bund FeG Teil sein kann.
Kommission soll Vergangenheit aufarbeiten
Die Delegierten des FeG-Bundestags stimmten zudem für einen Antrag zur Aufarbeitung sexueller Gewalt. Der FeG Mittelhessen-Kreis hatte den Antrag gestellt. „Es braucht neben Prävention und Intervention auch die Aufarbeitung“, sagte Lisa Plaum, Pastorin der FeG Hartenrod/Schlierbach. Zwar möge man es sich nicht vorstellen, dass Übergriffe im eigenen Gemeindebund oder der eigenen Gemeinde stattfänden. Aber es zeige sich: Sexuelle Übergriffe in FeGs fänden statt.
Keiner wisse derzeit, wie sehr der Bund FeG von sexueller Gewalt betroffen sei. „Aber es erscheint uns wichtig, sich auf den Weg zu machen“, so Pastor Mario Schlachter von der FeG Polheim. Der Antrag rät, bis zum FeG-Bundestag 2026 eine Kommission zu bilden, die Fälle und Strukturen sexueller Gewalt im Bund FeG aufarbeitet. Die Kommission soll auf dem folgenden FeG-Bundestag eingesetzt werden.
Unterstützung fand der Antrag unter anderem von der Erweiterten Bundesleitung und dem Team „Schützen und Begleiten“. Auch Dr. Verena Hammes, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), warb sehr dafür, dem Antrag zuzustimmen. „Wenn Sie wirklich Gemeinden haben wollen, die sich anfühlen wie ein Fest, dann müssen Sie auch in die Vergangenheit gehen und schauen: Wo war Gemeinde nicht wie ein Fest? Wo war sie eine Belastung für Menschen?“, sagte sie als römisch-katholische Theologin.
4. Grußwort und Gebet
Dr. Verena Hammes war als Gast zu diesem FeG-Bundestag eingeladen und sprach dort auch ein Grußwort. Die Zusammenarbeit mit dem Bund FeG sei ein großes Geschenk für die Ökumene in Deutschland, sagte sie dort. Fokus legte Hammes auf die Vollmitgliedschaft des Bundes FeG in der ACK, die er seit 2021 nach 72 Jahren Gastmitgliedschaft innehat. „Die Basis unserer Einheit ist Christus selbst. Wir sind verwurzelt in ihm“, das eine die Kirchen der ACK. Hier könne man sich ermutigen und auch hinterfragen. „Möge der Bund Freier evangelischer Gemeinden weiterhin ein Segen sein.“
Auch das Gebet hatte bei dem FeG-Bundestag einen festen Platz. Bereits seit dem vergangenen Jahr legt der Bund FeG den Fokus auf das Reden mit Gott. Andreas Schneider und Christina Bode von FeG Gebet leiteten durch eine Zeit des Gebets, um Gott eine feste Zeit des FeG-Bundestags zu widmen.
5. Wahlen und Entlastungen
Die Delegierten entlasteten die Geschäftsführende Bundesleitung, die Erweiterte Bundesleitung und den Wirtschaftsausschuss auf dem FeG-Bundestag. Außerdem wählte die FeG-Bundesgemeinschaft Guido Sadler für weitere sechs Jahre zum FeG-Geschäftsführer. Er ist bereits seit 2020 im Amt. 22 Personen wurden als Vertreterinnen und Vertreter in den Ständigen Ausschuss gewählt, der zwischen den FeG-Bundestagen tagt.
Die Bundesgemeinschaft verabschiedete Reiner Dienlin, Datenschutzbeauftragter für den Bund FeG, Jost Stahlschmidt, Leiter der FeG Auslandshilfe, und Willi Ferderer, Referent für Internationale Gemeindearbeit, aus ihrem Dienst. Zeitgleich begrüßte sie Stephan Eschenbacher als Datenschutzbeauftragter des Bundes FeG und Andreas Scholz als Referent für Internationale Gemeindearbeit im Dienst.
Nathanael Ullmann | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | presse.feg.de
Downloads | Ressourcen
- Infos und Tagesordnung zum FeG-Bundestag 2025 | https://bundestag.feg.de
- Hochauflösende Fotos vom FeG-Bundestag 2025 | https://link.feg.de/fegbundestagfotos | Fotonachweis: FeG Deutschland | Artur Wiebe
- Wort des FeG-Präses Henrik Otto | Textvorlage: https://link.feg.de/fegbundestagpresseordner
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- FeG-Bundestag | https://bundestag.feg.de
- Webseite Bund FeG | https://feg.de
- Fakten zu Bund FeG | https://fakten.feg.de
Fakten Bund FeG
Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG) wurde 1874 gegründet und besteht aus ca. 500 selbstständigen Ortsgemeinden mit insgesamt 42 350 Mitgliedern. Er ist mit der Evangelischen Allianz in Deutschland verbunden und Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Witten. Präses ist seit 2024 Henrik Otto.
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