März 19, 2026 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE Newsletter Presse vef.de

Nachruf auf Else Diehl

Nachruf auf Else Diehl

Am 17. März 2026 ist Else Diehl im Alter von 95 Jahren verstorben. Sie war die erste Frau in der Bundesleitung. Ein Nachruf von Daniela Knauz.

Es war im Jahr 1997, als ich Else Diehl zum ersten Mal begegnete. Auf den ersten Blick wirkte sie etwas unscheinbar, doch sobald man mit ihr sprach, wurde schnell deutlich: Diese Frau war etwas Besonderes. Sie liebte Jesus von ganzem Herzen, sie liebte ihre Arbeit beim Bibellesebund, und sie liebte den Bund FeG. Und obwohl Frauen in den Gremien damals längst nicht selbstverständlich waren, war Else Diehl überall willkommen. Man hörte auf sie – ihre Stimme hatte Gewicht, sie leitete die Bundesfrauenarbeit (so hieß es früher) von 1974 bis 1988 und sie war 1983 die erste Frau in der Bundesleitung.

Besonders eindrücklich erinnere ich mich an den FeG-Kongress in Nürnberg. Dort war sie Teil des Arbeitskreises Frauen und leitete die Suche nach einer neuen hauptamtlichen Person. Ich selbst war dort auf Einladung von Peter Strauch, um mich unverbindlich dem Arbeitskreis einmal vorzustellen. Es wurde ein Gespräch voller interessanter Fragen, offener Gedanken und ehrlicher Neugier und meine erste Begegnung mit Else Diehl.

Beeindruckende Klarheit

Am Abend nahm sie mich beiseite und sagte mit einer beeindruckenden Klarheit: „Ich glaube, Gott will dich in dieses Amt – und wir als Arbeitskreis wollen dich ebenfalls. Kannst du dich heute Abend entscheiden?“ Ihre Entschiedenheit überraschte mich, und ich spürte zugleich, dass ich noch Zeit brauchte.

Denn sowohl bei der Bundesleitung als auch bei mir bestanden noch Fragen – und einige Bedenken. Ich hatte nicht in Ewersbach studiert, kam nicht aus einer FeG-Familie oder FeG-Gemeinde und kannte den Bund FeG und seine Einrichtungen nur wenig. Und ich selbst war unsicher, ob ich als junge, alleinstehende Frau diesem Amt überhaupt gewachsen wäre.

Else Diehl jedoch sah weiter, als ich es damals selbst vermochte. Mit ihrer behutsamen Klarheit begleitete und ermutigte sie mich bis zur Wahl auf dem Bundesrat 1998. Sie bestärkte mich darin, meinen eigenen Weg zu gehen – und nicht den meiner Vorgängerin zu kopieren. Sie machte mir Mut, ein großes Herz für Jesus zu bewahren und für Menschen aller Generationen einzustehen. In jeder Begegnung, die später folgte, blieb sie für mich eine Ermutigerin. Sie war offen, neugierig, zugewandt und bewahrte sich bis ins hohe Alter eine erstaunliche geistliche Weite.

Eine Frau des Vertrauens

Else Diehl hatte keine laute Stimme, doch das, was sie sagte, bewegte viele. Sie war eine Frau des Vertrauens – nicht nur im Umgang mit Menschen, sondern vor allem im Vertrauen auf Gott. Sie lebte aus einer Gewissheit, die sie ruhig, verlässlich und hoffnungsvoll machte.

Nun darf sie den sehen, auf den sie ihr ganzes Leben vertraut hat. Wir trauern um sie – und wir danken Gott für diese außergewöhnliche Frau, die so vielen ein Segen war. Ihr Vermächtnis bleibt lebendig in all denen, die sie begleitet, gestärkt und geprägt hat.

Daniela Knauz | Referentin Frauen & Ältere Generationen | frauen.feg.de | aeltere-generationen.feg.de

Pressekontakt

Nathanael Ullmann schaut in die Kamera.Foto: FeG Deutschland | AW

Nathanael Ullmann | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Ein Mann mit rotem Haar, Bart und Brille mit blauem Rahmen lächelt in ein weißes Hemd mit blauen Punkten und einen blauen Blazer.Foto: FeG Deutschland | NU

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher