Neue Sehnsucht nach Wachstum
FeG Siegen-Geisweid stellt sich ehrlich dem Schrumpfungstrend
Kai Maaß und Thomas Petri erzählen, wie ihre Gemeinde Schritte geht, um wieder neu Wachstum zu erleben. Die Gemeinde will die Menschen ihrer Stadt wieder neu für die beste Botschaft der Welt begeistern. Dafür holen sie sich Hilfe von FeG-Institut für Gemeindeentwicklung und Leiterschaft (IGL) im Bund FeG.
Einmal jährlich berichten wir im Rahmen unserer Jahreshauptversammlung über die Mitgliederentwicklung der FeG Siegen-Geisweid. Seit einigen Jahren zeigt sich dabei das gleiche ernüchternde Bild: Wir sind eine kleiner werdende und alternde Gemeinde. Einige Sterbefälle, vereinzelt Austritte und ein paar Aufnahmen neuer Mitglieder, die aber nicht ausreichend sind, um die Mitgliederzahl stabil zu halten oder sogar wachsen zu lassen. Es bleibt festzuhalten, unsere Gemeinde schrumpft.
Schmerzhafte Erkenntnis
Dieses Phänomen scheint keine Einzelbeobachtung in nur unserer Gemeinde zu sein. Sie lässt sich zum Teil auch damit erklären, dass hier eine Entwicklung vorliegt, die unter anderem auch mit dem demografischen Wandel im Zusammenhang steht. Dennoch sehnen wir uns danach, in unserer Gemeinde (wieder) Wachstum zu erleben. Aber es gelang uns bisher nicht, den aktuell feststellbaren Trend zu durchbrechen. Wachstum blieb in den letzten Jahren aus.
Diese Erkenntnis – so schmerzhaft sie ist – hat uns herausgefordert und angestoßen, einen Prozess des Umdenkens einzuleiten. Doch wie kann das gut und sinnvoll gelingen? Wie kann man als Gemeinde mit einer langen Tradition die Akzente in der Gemeindearbeit so neu setzen, dass ein Veränderungsprozess überhaupt möglich ist? Diese Fragestellungen und Überlegungen treiben uns als ganze Gemeinde und besonders uns in der Gemeindeleitung schon seit längerer Zeit um. Denn die Erkenntnis, dass wir weniger werden, ist ja keine Neue.
Ehrliche Fragen stellen
Aber wie gestaltet man zum Beispiel Gemeinde attraktiv für eine Generation, die gerade kaum bei uns in den Veranstaltungen erscheint oder im alltäglichen Gemeindeleben auftaucht? Und wie gelingt das, ohne dabei andere Generationen aus dem Blick zu verlieren? Wir wollen doch eine Gemeinde für alle Generationen sein, die in der Vielfältigkeit ihres Erscheinungsbildes die Interessen und Bedürfnisse möglichst aller Altersgruppen abdeckt. Aber ist das überhaupt möglich? Und wie und woher bekommt man den Mut, die notwendigen Schritte für einen solchen gewünschten gemeindlichen Wandel zu gehen?
All das sind wie gesagt Fragen, die uns schon länger beschäftigen und trotz – oder gerade wegen – der intensiven Auseinandersetzung mit den Ursachen und Symptomen des Schrumpfens durchaus zu einem gewissen Gefühl der Überforderung geführt haben. Als wir dann vor einigen Monaten auf die Veranstaltung „Forum Gemeindeentwicklung“ vom FeG-Institut Gemeindeentwicklung und Leiterschaft (IGL) gestoßen sind, war uns daher schnell klar, dass wir uns dort als gesamte Gemeindeleitung anmelden. Denn der beworbene Inhalt passte für uns perfekt, sodass wir uns von diesem Forum neue Impulse für unsere Gemeindearbeit erhofften.
Hilfe und Begleitung suchen
Als dieses Forum dann leider abgesagt wurde, waren wir dankbar für die unkomplizierte Möglichkeit uns direkt an unsere FeG-Bundessekretärin Merle Schwarz und Christian Müller vom IGL wenden zu können, um mit ihnen zusammen einen Klausurtag der Gemeindeleitung in der FeG Siegen-Geisweid zu diesem Thema zu planen und durchzuführen.
In einem von Merle Schwarz und Christian Müller angeleiteten, begleiteten und moderierten Prozess analysierten, reflektierten und überlegten wir, wie eine Neuausrichtung gestaltet werden kann. Dabei haben wir, nach einem fokussierten Blick auf unsere Situation anhand der reinen Faktenlage, auch über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut und Gründe, Motive und Beobachtungen thematisiert, warum andere Gemeinden ggf. wachsen oder eben auch (so wie wir) kleiner werden. Hieraus haben wir als Gemeindeleitung der FeG Siegen-Geisweid dann Schlussfolgerungen für uns gezogen. Bei all dem profitierten wir in dem so eingeleiteten Coaching-Prozess stark von der mitgebrachten methodischen Vielfalt und Expertise des IGL.
Kritische Bestandsaufnahme
Gemäß dem Grundgedanken der Jahreslosung „Prüfet alles und behaltet das Gute“ haben wir in einer durchaus kritischen Bestandsaufnahme auf die verschiedenen Teilbereiche unserer Gemeinde geschaut und in einer ausgiebigen und fokussierenden Analyse festgestellt, wo unsere offensichtlichen Stärken, aber auch unsere deutlich wahrnehmbaren Baustellen zu finden sind. Hierbei ergab sich, dass wir zum Beispiel in unserem neuen Frühstücksgottesdienst, einem „MitarbeiterDankeAbend“, verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen, unserem internationalen „Café Connect“ und einer aktiven Kinder- und Jugendarbeit vieles entdeckt haben, in dem ein großes Zukunftspotenzial steckt, das es zu nutzen gilt.
Dieses wollen wir jetzt gezielt weiterentwickeln. Auch durften wir in dieser Analyse ganz deutlich wiederentdecken, dass wir mit z. B. einem schönen, modernen Gemeindehaus und einem konfliktarmen Gemeindeleben viele Gründe für einen dankbaren und hoffnungsvollen Blick nach vorne haben.
Inspirierte Schritte wagen
Inspiriert durch den Klausurtag, haben wir uns nun auf den Weg gemacht, um neue Ideen zu denken und konkrete Schritte zu wagen. In den kommenden Gemeindeleitungssitzungen werden wir den Klausurtag fortlaufend auswerten und dann in der nächsten Gemeindeversammlung damit beginnen, die ganze Gemeinde über den Prozess zu informieren und sie in die einzelnen Entscheidungen und daraus resultierenden nächsten Schritte miteinzubeziehen.
Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist für uns, dass wir als Gemeindeleitung inspiriert, mutig und motiviert bzw. motivierend vorangehen. Im Herbst soll es dann eine Dialog-Veranstaltung „Gemeinde-Aufbruch“ geben, wo wir mit allen (ehrenamtlichen) Mitarbeitenden die Gedanken der Gemeindeleitungsklausur weiterdenken werden und ggf. schon konkrete Schritte initiieren werden.
Hoffnung um der Menschen willen
Wir wissen, dass dieser Weg nicht leicht sein wird, aber es macht Mut zu wissen, dass wir in diesem Entwicklungsprozess, sollten neue Fragen oder Gesprächsbedarf bestehen, auf das fortlaufende Angebot des IGL zurückgreifen können, uns als Gemeinde und Gemeindeleitung durch weiteres Coaching und Beratung auf unserem Weg zu betreuen und zu begleiten.
Wir sind zwar noch am Anfang eines vermutlich langen und intensiven Weges, sind aber gespannt herauszufinden, was Jesus daraus machen wird. Die Hoffnung ist klar: Wir wünschen uns Wachstum – nicht, weil wir große Zahlen lieben, sondern weil wir die Menschen unserer Stadt für die beste Botschaft der Welt begeistern wollen.
Thomas Petri | Gemeindeleitung | FeG Siegen-Geisweid
Kai Maaß | Pastor | siegen-geisweid.feg.de
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