Juli 9. 2026 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE Gemeindeleben Gemeinden Newsletter Presse

CHRISTSEIN HEUTE | Journalisten sind auch nur Menschen

Journalisten sind auch nur Menschen

Tim Linder ist Pastor der FeG Bochum-Ost. Seine Gemeinde arbeitet eng mit der Presse zusammen.

WAZ ist im Ruhrgebiet bekannt – als Abkürzung für „Westfälische Allgemeine Zeitung“, die größte Tageszeitung mit Lokalbezug der Region. Für mich sind diese drei Buchstaben aber auch eine Hilfe, um meinen Umgang mit der bzw. meine Beziehung zur Presse zu erläutern.

W wie Wertschätzung

Oft gibt es in christlichen Gemeinden einen – wie ich finde – unguten Umgang mit Menschen, die mitarbeiten sollen. Zu schnell werden diese zum „Humankapital“, was zu funktionieren hat. Während wir intern eventuell noch eine Scheu an den Tag legen, Menschen so zu behandeln, ist diese bei externen „Dienstleistern“ deutlich reduzierter. Für mich war und ist es immer wichtig, mit den Menschen in Kontakt zu kommen – und eben nicht nur, weil ich etwas von ihnen will.

Ich frage nach, suche das Gespräch, wenn man sich begegnet, schreibe auch schon mal eine private E-Mail, um nachzuhören, wie es jemanden geht, der Familie, der Gesundheit etc. Denn Presseleute sind auch Menschen mit ihren Nöten, Sorgen und Fragen. Da können wir als Gemeinde Jesu einen Unterschied machen, oder? Wir können sie zunächst als Menschen sehen, die von Jesus geliebt sind. Und die uns eventuell unterstützen können, dass Themen wie Jesus, Gemeinde und Gott immer wieder in unserer Gesellschaft auftauchen.

A wie authentisch sein

Können wir ehrlich sein mit unserem „Club“ – inklusive einer guten Prise Humor über uns selbst? Wenn wir von außen auf die Welt der (Frei-)Kirchen schauen, auf unsere Gottesdienste, die Liedtexte, manche Traditionen, dürfen wir uns nicht wundern, dass wir im säkularen Raum als ziemlich seltsam wahrgenommen werden – übrigens auch positiv, leider jedoch sehr oft negativ.

Was ist, wenn zum Beispiel Reden und Leben nicht übereinander passen? Wenn das Schönfärben plakativ rüberkommt und eine kritische Auseinandersetzung nicht gewollt ist? In meinen Kontakten zu den Medienleuten verstecke ich weder meine eigene Unzulänglichkeit, noch entschuldige ich das Fehlverhalten anderer aus unserem Milieu. Ich sage sehr offen, dass manches im frommen Bereich durchaus seltsam ist – zum Teil auch aus guten Gründen, weil es mit Jesus zu tun hat … aber eben nicht immer. Meine Erfahrung ist, dass der Ehrliche nicht der Dumme ist, sondern der Geschätzte – für den man sogar eine Richtigstellung druckt, obwohl das nicht unbedingt nötig wäre. Und wenn wir gemeinsam dann noch über das Seltsame lachen können … ach wie schön.

Z wie Zuarbeiten

Der Druck und die Arbeitsbelastung sind in der Presse-Branche hoch und haben nichts mit „Nine to Five“ inkl. freiem Wochenende zu tun. Daher freuen sich Presse-Leute, wenn sie möglichst viele Infos schon gut vorbereitet bekommen – inkl. Fotos etc. Ja, strenggenommen übernehmen wir dann deren Job, aber es zeigt auch Wertschätzung. Das gilt übrigens nicht nur für unsere Angebote, sondern auch bei Ideen für Artikel oder dem Wink mit dem Zaunpfahl, wo sie mal hinschauen sollten, weil sich dort eventuell eine gute Story verstecken könnte.

Mir helfen diese drei Buchstaben im Umgang mit den Medien. Und dadurch ist nicht nur der eine oder andere zu weltlichen Wegbegleitern geworden, sondern auch zu einem Bruder oder einer Schwester.

TIM LINDER | Pastor FeG Bochum-Ost | bochum-ost.feg.de

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Nathanael Ullmann schaut in die Kamera.Foto: FeG Deutschland | AW

Nathanael Ullmann | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Ein Mann mit rotem Haar, Bart und Brille mit blauem Rahmen lächelt in ein weißes Hemd mit blauen Punkten und einen blauen Blazer.Foto: FeG Deutschland | NU

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher