Ein Wahnsinnserlebnis
Peter Strauch erinnert sich an die ersten BUJUs
Er war von Anfang an mit dabei: Alt-Präses Peter Strauch hat schon viele Bundesjugendtreffen, kurz BUJUs, begleitet – mal als Teilnehmer, mal als Organisator. Er ist überzeugt: Das Festival hat Generationen geprägt.
Das erste BUJU fand 1965 in Wallau statt. Mit dabei: ein junger Student aus der Theologischen Hochschule Ewersbach (damals noch Predigerseminar) namens Peter Strauch. Viel weiß Strauch von dieser Zeit nicht mehr. Außer, dass das Event damals noch schön klein war. Und auch nur einen Tag lang.
Schon 1971, zwei Treffen später, sah das ganz anders aus. Unter dem Motto „Unterwegs in die Zukunft – mit Jesus Christus“ trafen sich Jugendliche aus ganz Deutschland in Koblenz. „Koblenz ist legendär“, sagt der Alt-Präses. Denn die Kulisse hätte nicht besser sein können: Vor der Festung Ehrenbreitstein bauten die Verantwortlichen auf einer Wiese ein riesiges Zelt auf. Mehrere Tage dauerte das große Fest an. „Das hatte etwas Urwüchsiges“, erinnert sich Peter Strauch. Die Wiese, das Leben draußen, die intensive Gemeinschaft hat er in bester Erinnerung. Als Gemeindepastor in Hamburg konnte er all das hautnah mit seiner Jugendgruppe erleben.
Überzeugungsarbeit bei den Hausmeistern
1973 wechselte Peter Strauch zum Arbeitsbereich Jugend. Als Referent war er für das BUJU 1975 leitend verantwortlich. „Das war toll, aber auch eine Herausforderung.“ Beispielsweise mussten für alle Jugendlichen Schlafplätze organisiert werden. In der Festung in Koblenz gab es zwar eine Jugendherberge, doch reichte die nicht für mehrere Tausend junge Menschen. Also kam der Bund FeG mit der Schulbehörde vor Ort ins Gespräch, ob die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht in Schulen nächtigen könnten. Das wiederum ging nicht ohne die Mithilfe der Hausmeister. Und die hatten an Pfingsten selbstverständlich frei.
Also tingelten Peter Strauch und sein Team von Schule zu Schule, um die Hausmeister vor Ort zu überzeugen. Das gelang, die jungen Menschen konnten tatsächlich in den umliegenden Schulen übernachten. Und mehr noch: Bei nachfolgenden BUJUs waren die Hausmeister viel leichter zu begeistern: „Die hatten wirklich positive Erfahrungen mit den jungen Leuten gemacht. Sie waren begeistert, wie sauber die alles hinterlassen hatten.“
Mit Arno und Andreas im Zug
Ein weiterer Höhepunkt war für den heute 83-Jährigen das BUJU 1981 in Hamburg. Hier reisten die Menschen mit gleich zwei Sonderzügen aus NRW und Hessen an. In jedem der beiden Züge saßen etwa 700 Menschen. Im einen Zug moderierte Arno Backhaus, im anderen Andreas Malessa. „Das war ein Wahnsinnserlebnis“, sagt der Alt-Präses. Die Bahnfahrt endete schließlich in Hamburg mit einem Konzert der beiden früheren Superstars.
1983 wollte das Team zum Thema „Nicht aufzuhalten“ kleine Senfkörner verteilen. Über die Jesus-Bruderschaft Gnadenthal ließen die sich auch direkt aus Israel besorgen. Als die Senfkörner ankamen, war Peter Strauchs Verwunderung jedoch groß: Da kam nur ein kleines Säckchen an – und das für 4.000 Menschen. „Das reicht ja nie“, dachte er bei sich. Er irrte: Jedes Programmheft konnte mit mehreren Senfkörnern bestückt werden. Das Gleichnis wurde lebendig.
BUJU prägt
Bis heute ist der BUJU-Veteran überzeugt: Die Bundesjugendtreffen haben eine starke Prägung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hinterlassen. Das merkte er immer wieder, wenn er die Gemeinden in Deutschland besucht hat. „Viele junge Leute nutzen das BUJU, um ihr Christsein an Jesus festzumachen. Und das ist gut“, sagt er.
Die Faszination der Großveranstaltung liegt für Strauch auch darin, dass die Menschen vor Ort erkennen, dass sie ein Teil von etwas Großem sind. In kleineren Gemeinden merkten Jugendliche oft, dass sie als FeG-Mitglied Teil einer Minderheit seien. Sie müssten nicht selten mit dem Vorwurf der Sekte kämpfen. Da wirkt ein Treffen mit mehreren Tausend Menschen natürlich Wunder.
Trotzdem mahnt Peter Strauch auch zur Vorsicht, damit das BUJU kein Inselerlebnis wird. Die Jugendlichen kommen dann begeistert zurück – und im Alltag lauert das böse Erwachen. „Für die Rednerinnen und Redner ist es wichtig, dass sie realistisch bleiben“, sagt er. Die Verkündigungen müssten immer auch mit dem alltäglichen Leben verknüpft sein. Dann sei es sehr gesund, auch einen besonderen Höhepunkt wie das BUJU zu erleben: „Ermutigende Ausnahmesituationen tun gut. Die brauchen wir.“
Mittlerweile sind die aktiven BUJU-Zeiten für Peter Strauch lange vorbei. Er ist in Rente und hat lange schon anderen das Ruder überlassen. Nur einmal noch war er gefragt: 2015 war er als Redner zum BUJU nach Erfurt geladen. „Ich bin da wie ein Tiger hinter der Bühne herumgelaufen“, erzählt er. Die ganze Zeit habe er sich gefragt, was er da eigentlich mache. Doch endlich auf der Bühne stehend merkte er: Die Beziehung zu den jungen Leuten war da, alles war sehr intensiv. Der Altersunterschied war nicht mehr relevant. Für Strauch ein besonderes Geschenk Gottes. Und nach dem BUJU berichteten ihm Eltern, wie die Kinder zurückgekommen seien: „Einige sagten: ‚Da war so ein alter, weißhaariger Mann auf der Bühne. Aber was er gesagt hat, war stark.‘'“
NATHANAEL ULLMANN | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | presse.feg.de
BUJU 2026 | Mitprägen und unterstützen
- Bis zum 30. April könnt ihr euch und die Jugendlichen eurer Gemeinde noch beim BUJU anmelden.
- Außerdem werden noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich „Ordnung und Sicherheit“ gesucht. Das ist eure Chance, das BUJU ehrenamtlich mitzugestalten!
- Alle Informationen und Anmeldemöglichkeiten findet ihr unter buju.org
Fakten BUJU
Das BUJU existiert seit 1965 und wird seitdem in der Regel alle zwei bis drei Jahre veranstaltet. Seit 2010 findet das Großevent in Erfurt statt, mit Ausnahme einer Tour im Jahr 2021. 2023 nahmen am BUJU etwa 3.200 Menschen teil. Veranstalter des BUJUs ist der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG).
Fakten Bund FeG
Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG) wurde 1874 gegründet und besteht aus ca. 500 selbstständigen Ortsgemeinden mit insgesamt 40 904 Mitgliedern. Er ist mit der Evangelischen Allianz in Deutschland verbunden und Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Witten. Präses ist seit 2024 Henrik Otto.
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