September 18. 2026 | Aktuell Allgemein CHRISTSEIN HEUTE FeG International Gemeindeleben Gemeinden Presse

Konferenz der Kulturen 2026 | Mehr Reich Gottes wagen

Mehr Reich Gottes wagen

Konferenz der Kulturen von FeG Deutschland und Allianz-Mission

Wenn ich hier in die Reihen gucke, sehe ich das Reich Gottes!“ Treffend fasst Andreas Scholz, Referent für internationale Gemeindearbeit, die „Konferenz der Kulturen“ am 5. September 2026 zusammen.
Unter dem Motto „Aufwachen! Missionarische Power neu entdecken!“ sind knapp 200 Menschen aus unterschiedlichen FeG-Gemeinden und Kulturen im Kronberg-Forum Ewersbach.

Menschen wirklich sehen

Rio Mangunwijaya, Pastor und Gemeindegründer der FeG Kairos Hannover, und Andreas Scholz leiten durch den bunten Tag. Das lebendige Lob Gottes gestalten das Musikteam um Samuel Castro, Gemeindereferent für internationale Arbeit der FeG Gummersbach, und Jugendliche der afrikanischen FeG Leverkusen-Quettlingen.

Internationale Begegnungen werden hier ganz praktisch: Die Teilnehmenden schenken einer Person, die sie noch nicht kennen, einen Schokoladen-Riegel und sprechen ihr in ihrer Herzenssprache zu: „Du bist Gott wichtig. Gott segne dich.“ Reich Gottes wagen beginnt damit, einen Menschen zu sehen.

Glauben von Migranten lernen

„Ihr seid unsere Geschwister in der Mission unseres Landes.“ Henrik Otto begrüßt die Teilnehmenden. Durch persönliche Erlebnisse untermauert wird spürbar, dass Gott verlorene Menschen sucht. Der FeG-Präses betont, dass wir zusammen mit unseren Migrationsgeschwistern aus dem Vertrauen zum himmlischen Vater heraus mit Jesus Christus zu den Menschen unterwegs sind. Dabei brauchen wir ein offenes Ohr für den Heiligen Geist, damit wir uns „in komplizierten Zeiten nicht verlaufen“. Laut Otto können wir dabei viel von den internationalen Geschwistern lernen.
Persönliche Glaubensgeschichten machen während der Konferenz Mut: Rafael Omidvar aus Hamburg erzählt von seinem holprigen Weg aus der Kriminalität zum Glauben an Jesus. Victoria berichtet von ihrer atheistischen Familienprägung, ihrem Weg zum Glauben an Jesus und dem Praktikum in der ukrainischen Gemeinde Ewersbach.

Evangelium praktisch – Hand und Herz

Prof. Dr. Dr. Roland Werner setzt den inhaltlichen Schwerpunkt. Eindrücklich lässt er Epheser 5,14 in den unterschiedlichen Sprachen vorlesen: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ (LUT)

Mit den Fingern an der menschlichen Hand macht der Afrikanist, Theologe und Publizist deutlich, was nötig ist, um als Nachfolger Jesus wieder wach und missionarisch zu werden: den Mittelfinger | das Evangelium im Zentrum; den Zeigefinger | Zeugnis mit dem ganzen Leben; den Ringfinger | stärkende Gemeinschaft und Gastfreundschaft; den kleinen Finger | Diakonie und Einsatz für Menschen in Not; den Daumen | das Reich-Gottes-Bewusstsein. Werner schafft immer wieder historische Bezüge zu den frühen Christen – und was wir von ihnen für heute lernen können: Nicht warten, bis die Bedingungen perfekt sind, sondern darauf vertrauen, dass Gott Menschen gebraucht, die sich senden lassen.

Fünf Workshops am Nachmittag vertiefen das Thema. Es geht darum, Jesus im Alltag weiterzugeben, mit Musliminnen und Muslimen ins Gespräch zu kommen und Beziehungen aufzubauen. „Nicht zuerst überzeugen, sondern begegnen“, ist der Workshop von Mehrdad Sajadi überschrieben. So bekommt Mission ein Gesicht: mein Nachbar, die Kollegin, ein Mensch mit Fragen und Hoffnungen.

Gemeinsam eingeladen an Jesu Tisch

Den feierlichen Abschluss bildet das gemeinsame Abendmahl, geleitet von Richard Burmeister-Adu, Pastor der internationalen FeG Köln-Lindenthal. Hier stehen Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam am Tisch Jesu: Brot und Kelch werden geteilt, anschließend beten kleine Gruppen füreinander – das gemeinsame „Vaterunser“ erklingt in sechs Sprachen.

„Eine kalte Welt braucht Menschen, die Wärme weitergeben.“ Albert Giesbrecht, Leiter der Internationalen Gemeindearbeit der Allianz-Mission, motiviert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Kerzenlicht zu mehr Wärme in einer kalten Welt: auf den Heiligen Geist hören, Menschen begegnen – auch Kritik aushalten. Das bedeutet, den anderen nicht abzuschreiben, sondern zu umarmen: zuerst im Herzen, später vielleicht mit den Armen.

Gemeinde als Konferenz der Kulturen

Die „Konferenz der Kulturen“ ist ein bunter missionarischer Weckruf – und Ansporn, endlich mehr Reich Gottes zu wagen. Braucht es dafür eine extra Veranstaltung für Menschen unterschiedlicher Herkunft? Vielleicht steht uns als Bund FeG, der nächste mutige Schritt mit Reich-Gottes-Perspektive noch bevor: indem wir anfangen, internationale Gemeinde erfahrbar und sichtbar zu leben.

Reich Gottes wird begrenzt, wenn wir Internationalität nur in extra dafür eingerichteten Blasen pflegen. Es sollte nicht nur eine „Konferenz der Kulturen“ geben, sondern 504 – mindestens so viele wie es Ortsgemeinden in unserem Bund FeG gibt. Das wäre „mehr Reich Gottes wagen“ praktisch!

ARTUR WIEBE | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit im Bund FeG | presse.feg.de

Dieser Artikel erschien in der FeG-Zeitschrift Christsein Heute 10/2026.

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  • Infos und Ressourcen: international.feg.de

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Ein Mann mit rotem Haar, Bart und Brille mit blauem Rahmen lächelt in ein weißes Hemd mit blauen Punkten und einen blauen Blazer.Foto: FeG Deutschland | NU

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